wieder! — nicht dazwischenkommt), meinen letzten Groschen zu teilen und ich platze auch mit einer Zweideutigkeit heraus, wenn mir gerade danach zumute ist. Ich habe hinsichtlich meiner Taten und Worte eine große Unbekümmertheit, und von meinen Worten möcht ich gelegentlich sagen: sie haben mich. Wenn ich nun so die Menschen um mich her ansehe, kann ich aus ihnen nicht abnehmen, daß ich gut täte, meinen alten Adam auszuziehen und mir den modernen anständigen Menschen zuzulegen. Ich weiß, was es mit dieser Anständigkeit auf sich hat. Ich halte Ihnen gegenüber mit der Bemerkung nicht zurück, daß ich auf meine Anständigkeit geradezu poche, daß ich den Plunder des sogenannten Anstandes je nach Laune verachte oder verlache, und daß alles, was ich tun kann, einzig darin besteht, mich im Verkehr mit den Menschen zu akkommodieren. Dies wird Frau Klara Kugler gegenüber (die mir durch Eggers sagen ließ: ich dürfe nicht mehr über meine Frau und meine Ehe — die übrigens beide gar nicht so übel sind — wie bisher sprechen) hinfort der Fall sein. Ein gleiches gilt von heut' ab von der Familie Storni. Sollte aber meine Natur stärker sein als meine Vorsätze, und sollten immer wieder Verstöße mit drunterlaufen, so würde mir nichts andres übrig bleiben, als mich aus Kreisen zu verbannen, für die ich zu roh und ungeschliffen bin. Mein lieber Storm, ich denke so: man soll an sich berechtigte Natur (und als solche werden Sie die meinige wohl anerkennen) gelten und gewähren lassen und selbst vor gewissen Konsequenzen solcher Natur nicht erschrecken. Es gibt notorische und fragliche Unanständigkeiten. Jene werd' ich nie begehn, diese sehr oft. Glauben Sie doch nicht, daß um die letztem irgend wer glücklich herumkomme. Grete Heyse ist außer sich, daß Bodenstedt von „ihrem kleinen Leibchen" gesprochen hat, und doch sagte Paul Heyse in einer Damengesellschaft bei Merckels von einer Dame: das Frauenzimmer ist ja nur Kopf und Popo. Einzelne Ihrer schönsten Liebesgedichte werden unanständig gefunden, und ein leises
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