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Länder unabhängig vom Ausland machen und zu Wohlstand bringen sollten. Ganz besonders der Mark Brandenburg galt seine Fürsorge. Seit sie unter deutscher Herrschaft stand, war sie Kolonistenland gewesen. Und jetzt fließt wieder ein Strom frischen Ansiedlerblutes in die verödete Mark, um über 100 Jahre die Bevölkerung zu vermehren und Kultur zu verbreiten. In diese aufblühende schaffensfreudige Zeit fällt die Erhebung Potsdams. Schon lange von den Kurfürsten wegen seiner wildreichen Wälder als nahe Erholungsstätte aufgesucht, wird es jetzt vom großen Kurfürsten als Residenz bevorzugt. Nicht nur die Jagd reizt ihn, für die er den Tiergarten hinter dem Brauhausberg einzäunte, sondern seine gesunde Lebensfreude ließ auch in der Nähe Lustschlösser mit all den modischen Spielereien seiner Zeit, aber auch mit nützlichen Anlagen seltener Obstbäume, mit Gemüsezucht und Weinbergen entstehen, als Vorbild für Obst- und Weinbau im ganzen Lande. Einen großen Frucht- und Ziergarten wollte er aus dem Potsdamer Werder machen, dessen landschaftliche Reize mit Werken der Baukunst harmonisch bereichern. Wir werden sehen, wie weit es ihm geglückt, die Prophezeiung des Prinzen Moritz von Oranien zu erfüllen, der schon 1664 gesagt haben soll: „Das ganze Eiland Potsdam wird ein Paradies werden." Vorläufig winkte dies Ziel in weiter Ferne.
Schlimm sah es in der Mark aus, als der junge Kurfürst Friedrich Wilhelm das Erbe seiner Väter antrat. Noch war der dreißigjährige Krieg nicht zu Ende, der das aufblühende Land gründlich verheert und den Wohlstand zerstört hatte. Auch Potsdam war ausgesogen vom Feind und leider auch vom Freund,