Selbst das Höchste und Beglückendste im menschlichen Leben zu erwecken, ist unserm prignitzer Knieper möglich. Er strahlt soviel Wärme und Glut aus, daß durch ihn auch das Herz schneller schlägt und die Liebe in seinem Gefolge daherwandelt. Über die dampfende Schüssel des gemeinsamen heimatlichen Gerichtes hinweg, die sie dem Gast darreichte, hatten sich damals auch die Augen der Tochter des Hauses mit denen des jungen Lehrers getroffen, und der Knieperkohl bewies, daß er nicht nur ein nüchternes Nahrungsmittel ist, sondern daß er eben vermag, auch das Gefühl anzurühren. Er ließ eine Liebe zwischen diesen beiden jungen Menschen aufblühen, die für’s Leben hielt.
Zeichnung: H. Seiler
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