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Effektivität und Effizienz kriminalpolizeilicher Organisationsformen auf Zeit : mit weiteren Beiträgen von Erich Philipp und einer Arbeitsgemeinschaft an der Polizei-Führungsakademie (Münster) unter Leitung von Wolfgang Stein / Heinz Büchler ...
Entstehung
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Sachbearbeiter von der alltäglichen Arbeit kann sinvoll sein, so daß diese Kollegen sich auf einen zu klärenden Fall konzentrieren können. Die der­zeitige Arbeitsüberlastung läßt eine solche Alternative jedoch häufig nicht zu. Die Bildung einer Projektgruppe ist deshalb auch Ausdruck einer Priori­tätensetzung mit der Folge, daß andere Aufgaben vernachlässigt werden müssen.

Zu 2.): Eine ständige dienststelleninterne Ermittlungsgruppe wird vorge­schlagen, welche(a) ausschließlich deliktspezifisch arbeitet oder(b) ohne spezifischen Kriminalitätsschwerpunkt tätig ist und je nach Lage eingesetzt werden kann.

Zu 3.): Hier handelt es sich um eine weitgehend vorgeplante Sonderkom­mission, wobei bei deren Tätigwerden im voraus festgelegt ist, welcher Be­amte mitarbeitet und welche Aufgaben dieser zu erfüllen hat.

Insgesamt wird deutlich, daß trotz aller Meinungsverschiedenheiten ein gewisser Grundkonsens besteht, was unter einer Sonderkommission zu ver­stehen ist, wobei sie durchweg als die typische Sonder-Organisationsform auf Zeit gilt. Besteht weiterhin große Einigkeit über den Grund bzw. den Anlaß zur Einrichtung dieser organisatorischen Strukturalternative und über ihre Eignung zur Verbrechensbekämpfung, so sind auch die wichtigsten Alternativen bekannt. Dies bedeutet jedoch keineswegs, daß die Form der Projektgruppe grundsätzlich in Frage gestellt wird. Eher ist das Gegenteil der Fall. Vielmehr dürfte sie vor allem dann eine akzeptierte Organisationsform sein, wenn die besonderen Umstände eines Verbrechens auch eine besondere organisatorische Maßnahme erforderlich machen.

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