Es nimmt danach nicht wunder, daß Fontane „kein rechtes Fiduz" zu den großen Leidenschaften gehabt hat, sich auch sehr wohl bewußt war, kein Meister der Liebesgeschichte zu sein: weil keine Kunst ersetzen könne, was einem von Grund aus fehle.
Eine gewisse Lust an Anzüglichkeiten, die einmal zu einer scharfen Auseinandersetzung mit Storm führen sollte, widerspricht dem so wenig, als sie vielmehr immer Kennzeichen unsinnlicher Naturen ist. Hellbrennendes Feuer raucht nicht. Und auch diesen Zug Theodor Fontanes findet man im Bilde seines Vaters, des Gascogners, wieder.
Eine nur kärgliche Sinnlichkeit: der Dichtung Fontanes mußte das Grenzen setzen. Es ist aber das ganz Einzigartige dieser Persönlichkeit als solcher, daß ihr auch die Mängel, oder vielmehr gerade die, zu Vorzügen wurden.
Weil es dieser Persönlichkeit verliehen war, sich aus dem Gegebenen heraus organisch zu entwickeln. Weil alles gleichsam aus dem Barbestand beglichen und niemals irgend- welcher Kredit beansprucht wurde.
m ^ Cr war das älteste Kind eines Elternpaares, das sehr jung geheiratet hatte.
r- k Es ist ausgefallen, daß die wesentliche, die Phantasie- Megabung bei ihm nicht, wie wohl sonst bei fast allen großen i- tZKünstlern, von der Mutter, sondern vom Vater her stammte, ,k fNund man hat weitgehende Schlüsse daraus gezogen. Sie n !; gleichen ein wenig dem Verfahren des jungen Mädchens, das st 'L eine Bohne, die es eingepflanzt hatte, täglich ausgrub, das n i) Wachstum kennenzulernen. Sie sind bestenfalls Herba- >, riumsvermerken gleichzuachten.
' Man dürfte eher auf diese späte Entwicklung bei ihm ^deuten und sich vergegenwärtigen, daß alles Weibliche in r Ader Natur zu schnellerer Entfaltung drängt.
Ein Temperament war auch die Mutter, Kind der