Jahren" *). — Fr. W. Steffens in Leipzig nimmt „Irrungen, Wirrungen" in Verlag; Ende Januar 88 soll es erscheinen. — Seit dem 21. Juli 87 bin ich Großvater; an diesem Tage wurde unserm alten Theo ein Sohn geboren, der nun als Klein-Otto das Glück seiner Eltern ist. Martha, Georges Witwe, war viel in unserm Hause; zu Neujahr wird sie das elterliche Haus verlassen und am Lützowplatz eine eigene Wohnung beziehen. — Friedel ist seit August in dem Verlagsgeschäft von E. Dominik. — Unser Leben verlief in dem Vierteljahr vom 1. Oktober bis 31. Dezember noch ruhiger als sonst, außer Wangenheims, Zöllners, Novilles, sahen wir niemand. Zu Mamas Geburtstag kamen Treutlers nach Berlin, vorher war Tante Witte da. Meta sollte einer Einladung nach Arnsdorf zu Wittes folgen; es zerschlug sich aber wieder. Weihnacht und Silvester waren still.
1888.
Vom 1. Januar bis 3. März.
Die zwei ersten Monate verlaufen ziemlich ruhig. Auch im Theater nicht viel. Am 31. Dezember: Die Maus, von Otto Girndt, unbedeutend, verschwindet rasch wieder. (Schon vorher, am 24. November, „Der Seestern" von Philipp Graf Eulenburg; merkwürdige Dilettantenleistung). Das Ballett Coppelia amüsiert mich sehr. Dann folgen: Lindaus „Tante Therese" (neu einstudiert) und Heyses „Die Weisheit Salomos". Letzteres wird vom Publikum sehr gut ausgenommen, die Kritik will nichts davon wissen. Interessant ist das Spiel der Frau von Hohenburger (früher Frl. Jürgens beim Deutschen Theater), eine Dame, die für dumm gilt, aber auf der Bühne voller Charme und Grazie ist; sie gab die Sulamith. — Paul Heyse war Anfang Februar in Berlin. — Gesellschaftlich alles still. Ich war einmal zum Diner bei Architekt Fritsch, wo viele Baumeister
*) Aus: „Von vor und nach der Reise."
170