waren: Wallot, Hinckeldeyn, Böckmann mit ihren Frauen. Einmal zu Abend bei Geh. R. Stöckhardt und Frau Noville. Sonst nichts. Ich arbeite fleißig und halte mich leidlich bei Gesundheit. Erst korrigiere ich „Stine", Dominik lehnt es aber ab: „es sei doch zu brenzlich". Mag wohl sein. Dann korrigiere ich Balladen, schreibe auch ein paar neue und entwerfe andre. Meist nordische Stoffe. Dann korrigiere ich „Plaue a. H.", damit ich — wenn es gedruckt ist — an die Herausgabe von „Fünf Schlösser", Fortsetzungsband der Wanderungen, gehen kann. Für Stephany schreibe ich einen langen Aufsatz: „Des Prinzen Wilhelm Briefe an General von Natzmer". Ende Januar oder Anfang Februar erscheint „Irrungen — Wirrungen" bei F. W. Steffens. Die Zeitungen schweigen sich darüber aus, an der Spitze die Vossin. Erst ärgere ich mich darüber, nun ist es überwunden und ich lache. Viele Privatbriefe drücken ihre Zustimmung aus. Ich habe den „Einen Leser", den sich Thiemus immer wünschte und dessen er, wie er meinte, nicht sicher sei. — Marthachen Robert bezieht am i. Januar ihre Wohnung am Lützow-Platz, Schmiedensches Haus; wohnt auf demselben Flur mit Professor Gräf. Meta reist Mitte Februar nach Rostock, wo sie bis zu ihrem Geburtstag bleibt. Aus Münster gute Nachrichten: Klein-Otto gedeiht. Friedel nach wie vor bei Dominik. Wir lesen nicht allzuviel: erst „Auf der Düne", Jugendarbeit von Spielhagen (besser, d. h. weniger unangenehm als manches spätre, aber auch nicht eine Spur hervorragend) dann Böckmanns „Reise um die Welt", Briefe an seine Frau, die für Freunde gedruckt wurden, dann „Erinnerungen aus dem Kriege 70/71" von dem bayrischen Hauptmann Tanera. Beide Bücher, das von Böckmann wie das von Tanera, sehr hübsch. Politisch nichts wie Bismarcks große Rede von: 6. Februar, die von einem Pol zum andern klingt; das Aeitungsinteresse beschränkt sich auf das Trauerspiel in San Remo. Ein verrückter Spandauer Verleger wollte zur „Erhebung des Kronprinzen"
Druckschrift
Das Fontane-Buch : Beiträge zu seiner Charakteristik ; Unveröffentlichtes aus seinem Nachlaß ; das Tagebuch aus seinen letzten Lebensjahren / hrsg. von Ernst Heilborn
Seite
171
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