Blatte schädlich. Dazu kam noch, daß er sich nicht einmal auf hohe Honorare berufen konnte. Das literarische Ansehn seines Blattes sollte alles tun, so wie eine Zeit lang bei Wilh. Hertz das Firmaansehn alles tun sollte. Za, eine Zeit lang geht das, aber mit einem Male ist der Kladderadatsch da. Das bleibt bestehn, daß ich den Bruch beklage (denn alle andern Blätter sind scheußlich), aber dieser Bruch wurde mir aufgezwungen. Die Klugen rechnen zuletzt doch nie ganz richtig. Ich habe nun infolge des Rückzuges von der Rundschau mit andern Blättern anzubändeln versucht und habe auch welche gefunden: Pan, Cosmopolis, „Über Land und Meer" (früher Hallberger, jetzt eine Aktiengesellschaft). Im „Pan" erschienen Gedichte von mir, darunter „Luren- Concert", „Arm oder reich" und drei, vier andre. Eins (der „Tod der Balinesenfrauen") rief einen Sturm im Glase Wasser hervor, und holländische Zeitungen, die sich getroffen fühlten, fielen über mich her. Immer dieselbe Geschichte: das Poetische geht spurlos vorüber, ist aber etwas da, wodurch sich Müller oder Schultze verletzt fühlt, so hat man den schönsten Jeitungskrieg. In Cosmopolis erschien ein längeres Kapitel von mir „Der 18. März" und wurde sehr gut ausgenommen, beiläufig auch gut bezahlt. Wichtiger war die Anbändelung mit „Über Land und Meer", — die Redaktion will von Oktober 97 an meinen neuesten Roman „Der Stechlin" bringen, unter beinah glänzenden Bedingungen. Honorar mehr als doppelt so hoch wie das der „Rundschau". An diesem Stechlin-Roman arbeite ich schon von 1895 an durch das ganze Jahr 96 hin und beende ihn — freilich erst im ersten Entwurf — im Herbst 96. Gleich danach beginne ich die Überarbeitung, an die ich wenigstens noch ein halbes Jahr zu setzen habe. Nebenher beschäftigen mich Verse und die Korrektur des 2. Bandes meiner „Erinnerungen".
Im Mai und Juni 96 gingen wir wieder nach Karlsbad, wo wir's wieder sehr gut trafen, diesmal in der „Amsel"; das gesellschaftliche Leben war aber langweiliger, weil wir
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