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Fräulein Weinrich (Schulmadam), mit der sie vor 20 Jahren gemeinschaftlich ihr Eramen gemacht hatte. Wie der Aufenthalt im Augustabad, so war auch der in Neu-Brandenburg immer sehr angenehm. Die Mecklenburger wissen zu leben. Wie schon vorher in Berlin, so war ich auch in der Sommerfrische wieder sehr fleißig, um endlich mit der Überarbeitung meines Stechlinromanes zustande zu kommen. Endlich war es so weit, und ich konnte das Manuskript an die Redaktion von „Über Land und Meer" einsenden. Es wurde da sehr freundlich ausgenommen, und man schrieb mir Schmeichelhafteres, als sonst wohl Redaktionen und Verleger zu schreiben pflegen. Ende Juli war ich aus der Fritz Reuter-Stadt (ein Dampfschiff „Fritz Reuter" fuhr uns täglich über den See) wieder in Berlin zurück. Aber nicht auf lange. Mitte August gingen Emilie und ich wieder nach Karlsbad, wo wir bis etwa zum 12. September blieben. Wir trafen es wieder sehr gut, trotzdem wir meist Regenwetter hatten und an allen Ausflügen und Spaziergängen gehindert wurden. Wir wohnten diesmal in Stadt Moskau, bei einer verwitweten Tochter der Amselwirtin, und hielten uns diesmal zu „Pupp", wo man schließlich doch am besten ausgenommen ist. Unter den neuen Bekanntschaften, die wir machten, stand die der Frau Professor Strecker aus München (Schwiegermutter Erich Schmidts) und ihrer liebenswürdigen Tochter obenan. Die Mutter noch mit Mitte 60 eine Schönheit. — Schon nach Karlsbad hatten mich die Korrekturfahnen aus Stuttgart verfolgt; nach Berlin zurückgekehrt, steigerte sich das, und ich hatte bis gegen Weihnachten hin unausgesetzt damit zu tun. Dann nahm ich dieDurchsicht meiner „Erinnerungen" wieder auf, von denen der Abschnitt „Mein Leipzig lob' ich mir" in der Vossischen Zeitung gedruckt wurde. Dies führte zu einer Korrespondenz mit alten Leipziger Figuren, so z. B. mit Fräulein Louise Neubert (so alt wie ich), der einzigen, die jene 41er Tage bis auf heut' überlebt hat. Zum
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