Druckschrift 
Das Fontane-Buch : Beiträge zu seiner Charakteristik ; Unveröffentlichtes aus seinem Nachlaß ; das Tagebuch aus seinen letzten Lebensjahren / hrsg. von Ernst Heilborn
Entstehung
Seite
213
Einzelbild herunterladen

von oben sind, die sich in unser menschliches Spiel einmischen, Sind es aber Dämonen von unten (da unten aber ist's fürchterlich"), so hört, ich will nicht sagen, der Spaß, aber doch der Beifall und die Verzeihungsgeneigtheit des Publikums auf. Erst der Tod kann all die Schuld wettmachen.

zo. ,r. yi. Brief« an Freunde II, 279

Ein Buchfink auf den Zweigen, eine kühlende Flußwelle, die sich beim Baden an unfern erhitzten Leib schmiegt, be­rühren uns fast ebenso wundersam traulich, wie ein brünetter Backfisch am Klavier oder der verstohlene Kuß einer liebe­bedürftigen, sehr herzensstarken, aber sehr geistesschwachen Blondine. Wenn man dann, wie ich, erst dreißig auf dem Rücken hat, so ist einem der Buchfink sogar lieber er ist anspruchsloser und geniert einen weniger.

19. z. Briefe an Freunde I, 26

Im übrigen weiß ich sehr wohl, daß ich kein Meister der Liebesgeschichte bin; keine Kunst kann ersetzen, was einem von Grund aus fehlt.

iz. 6. 8z. Briefe an Familie II, z6

Was früher die jungen Damen an mir versäumt haben worüber ich jetzt sehr milde und beinahe dankbar denke holen die alten nach. Beiden liegt wohl ein richtiger In­stinkt zugrunde: die jungen fühlten heraus, daß Liebe nicht meine Force war, und die alten fühlen jetzt heraus, daß ich ein artiger und amüsabler alter Herr bin. Irgendwo kommt man immer auf seine Kosten.

iy. 7. 8z. Briefe an Familie II, zi

Ich habe für diese Partien des Familienlebens keinen Sinn; eS hängt das damit zusammen, daß mir überhaupt ganz und gar der bürgerliche Sinn fehlt, und daß mich nur das Adlige interessiert. Ich verwahre mich übrigens feierlich dagegen, daß das, was ichadlig" nenne, bloß an der Menschenklasse haftet, die manAdel" nennt.

ir. 7. Sz. Briefe an Familie I, izo