Als ich noch direkt unter euch war, sah ich meine damals doch auch nur literarische Beschäftigung mit der Politik schon als ein besonderes Glück an, als ein frisches, stärkendes Bad, als ein Schutzmittel gegen alle Einseitigkeit und die bei uns so häufige Überschätzung der Kunst auf Kosten des Lebens. Hier Hab' ich nun das Leben; die Dinge selbst, nicht mehr bloß ihre Beschreibung. Ihr Aeitungsschatten tritt an mich heran, und jede Stunde belehrt den armen Balladenmacher, daß jenseits des Berges auch Leute wohnen.
rz. 4. 56. Briefe an Freunde I, 145
Unsere besondre, jenseits des Gewöhnlichen liegende Fähigkeit ist nur auf einer oft Haarbreiten Linie zu Hause. Und zweitens: wer was leisten, Anerkennung ernten und sein Schäfchen ins Trockne bringen will, der konzentriere sich.
rr. 7. 5Z. Briefe an Freunde I, 74
Meine ganze Produktion ist Psychographie und Kritik, Dunkelschöpfung im Lichte zurechtgerückt.
14. 5. 84. Briefe an Familie II, 95
Das Dichten ist eine herrliche Sache, und ich werde mich nie den Eseln zugesellen, die hinterher das Feld bespotten, auf dem sie Fiasko gemacht haben. Aber nur große dichterische Naturen haben ein Recht, ihr Leben an die Sache zu setzen. Ich bin gewiß eine dichterische Natur mehr als tausend andre, die sich selber anbeten, aber ich bin keine große und keine reiche Dichternatur. Es dribbelt nur so. Der einzelne Tropfen mag ganz gut und klar sein, aber es ist und bleibt nur ein Tropfen, kein Strom, auf dem die Nationen fahren und hineinsehen in die Tiefe und in das himmlische Sonnenlicht, das sich drin spiegelt. Ich bin eine gute Sorte Sonntagsdichter, der sein Pensum Wochenarbeit zu machen und dann einen Reim zu schreiben hat, wenn ihm Gott einen gibt, der aber die Welt nicht weiter kränkt, wenn er's unterläßt.
8. i. Z7. Briefe an Familie I, 8i
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