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Das Fontane-Buch : Beiträge zu seiner Charakteristik ; Unveröffentlichtes aus seinem Nachlaß ; das Tagebuch aus seinen letzten Lebensjahren / hrsg. von Ernst Heilborn
Entstehung
Seite
220
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Wir sprechen noch mit Vergnügen von dem neulichen Abend und ziehen Parallelen zwischen Sanskrit und Ju­gend. Ach, wie bevorzugt sind doch Leutnant-, sechs Fuß hohe Rittergutsbesitzer und alle die andern aus der Familie Don Juan, und wie nehm' ich alles zurück, was ich, als ich selber noch tanzte, zu Gunsten lyrischer Dichtung und zu Ungunsten hübscher, lachender und gewaschener Herzens­sieger gesagt habe. Der Bücher- und Literaturwurm, und wenn er noch so gut und noch so gescheit ist, ist doch immer nur eine Freude für sich selbst, für sich und eine Handvoll Menschen. Die Welt geht drüber weg und lacht dem Leben und der Schönheit zu. Die Ausnahmen sind selten und oft bloß scheinbar. Heyses Triumphe sind immer noch mehr seiner Persönlichkeit als seinem Dichtertum zuzuschreiben.

27. z. 8r. Briefe an Freunde II, 68

Wenn es Zweck des Reisens ist, sich zu enthusiasmieren und innerhalb des Enthusiasmus sich glücklich zu fühlen, so kann man nicht früh genüg auf Reisen gehn. Handelt es sich umgekehrt um jene gerechte Würdigung, die ver­ständig gewissenhaft abwägt zwischen Daheim und Fremde, zwischen Altem und Neuem, so kann man seinen Wanderstab nicht spät genug in die Hand nehmen. So schön und herr­lich Italien ist, so ist es mir doch ganz unzweifelhaft, daß es durch jugendliche Menschen, namentlich durch die unglück­selige Klasse der Maler, noch zu etwas Herrlicherem hinauf­geschraubt worden ist, als nötig war.

»4. n. 74. Briefe an Freunde I, z;i

Ich bin Zeit meines Lebens anspruchslos gewesen, weil ich's sein mußte. Ich habe immer ein Auge für die Tatsäch­lichkeiten gehabt, und die Tatsächlichkeiten schrieben mir Be­scheidenheit vor. Ebenso ist es mit meiner gesellschaftlichen Stellung. In meinem Herzen aber hat es mir nie an Selbst­gefühl gefehlt. Was wäre auch wohl sonst aus mir geworden?

>7. 6. 84. Briefe an Familie II, -9

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