Wo viel Geld ist, geht immer ein Gespenst um." Je älter ich werde, je tiefer empfinde ich, soll heißen je schärfer beobachte ich den Fluch des Goldes. Es scheint doch fast wie göttlicher Wille, daß sich der Mensch sein täglich Brot verdienen soll, der Minister natürlich anders als der Tagelöhner, aber immer Arbeit mit bescheidenem Lohn. Ererbte Millionen sind nur Unglücksquellen, und selbst die reichen Philanthropen sind elend, weil das Studium der Niedertracht und Undankbarkeit der Menschen ihnen ihr Tun verleidet.
;. r. yc>. Briefe an Freunde II, 247
Eine richtige Sparsamkeit vergißt nie, daß nicht immer gespart werden kann; wer immer sparen will, der ist verloren, auch moralisch. Aus: „Von Zwanzig bis Dreißig"
Wir „rechnen" immer noch mit der Menschheit. Beifall, Zustimmung, Ehren bedeuten uns immer noch was, als wäre damit etwas getan. Das ist aber falsch und unklug. Wir müssen vielmehr unsere Seele mit dem Glauben an die Nichtigkeit dieser Dinge ganz erfüllen und unser Glück einzig und allein in der Arbeit, in dem uns Betätigen unser selbst finden. II. 11. 89. Briefe an Freunde II, rr/
Es ist ein Unsinn, uns einreden zu wollen, die Welt sei so schofel und erbärmlich, wie unsre Komödien- und Romanschreiber sie darstellen. Ich kenne Gott sei Dank bloß leidlich anständige Menschen. Es kann nicht ausbleiben: eine bessere, wahrere Zeit bricht auch in literarischen Dingen an. Viel werd'ich davon nicht mehr sehen; aber es ist schon ein Vorzug, in dem Glauben an sie sein Tagewerk beschließen zu können. »9. l. 79. Brief« an Freunde I, 408
Die Menschen taugen nichts und auch die besten sind Package. ZI. ir. 60. Briefe an Familie I, 11z
Ich freue mich, in dieser Zeit gelebt zu haben und nicht ein Menschenalter oder ein Jahrhundert früher. Aber das ist wahr: eine grenzenlose Fadheit und Flachheit gähnt einem
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