Da steckt's. Irgend etwas, das jenseits der „natürlichen Dinge" liegt, muß an die Stelle des Diesseitigen treten, ein im Licht gebornes Geistiges an die Stelle des Erdgeistes oder gar des Geistes der Finsternis. Noch einmal: das Ideale ist es, was not tut! Und wenn alles, was die kommenden Jahre brächten, nur Pflicht, Gehorsam, Demut hieße, wenn es, statt der Flamme, die heiligt, nur eben ihr Widerschein wäre, der bloß irdisch verklärt, wenn nichts erreicht würde als das Bekenntnis des Unrechts und der Sünde, so hätte die Wiedergeburt begonnen.
Aus: „Aus den Tagen der Okkupation"
Das unbedingt Häßlichste, dem ich in Frankreich begegnet bin, ist diese Devotion vor dem Golde. Arme Kerle; sie haben keinen Gott und keinen Glauben mehr und kniren vor la France und — Rothschild.
Aus: „Aus den Tagen der Okkupation"
Nun ein Wort über den Katholizismus. Ich verschließe mich nicht gegen das Großartige seiner Organisation, nicht gegen die Herrscherweisheit, die aus seinen Institutionen spricht, nicht gegen die Hoheit und Heiligkeit gewisser Schöpfungen und ihrer Grundprinzipien; ich gebe auch zu, daß aus dem Albernsten und Abgeschmacktesten immer noch ein Teilchen schöner, heiliger Ernst — sei's auch nur mit der Nasenspitze — hervorguckt. Aber das Ganze, wie's daliegt, ist doch nur eine große Volksverdummungs-, im günstigsten Falle eine klug eingerichtete Volksbeherrschungs-Anstalt und hat nur deshalb ein Recht, zu sein, weil die große Masse zu allen Zeiten dumm und unselbständig gewesen ist und der Katholizismus aus diesem Grunde sich schmeicheln darf, „einem tiefgefühlten Bedürfnis gründlich abzuhelfen". Der Glanz- und Höhepunkt des Ganzen ist für mich die künstlerische Seite — worunter ich die Pracht der Kirchen und Dome, die Meisterwerke der Malerei an den Wänden und das oft Bezaubernde der geistlichen Musik verstehe.
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