6
hinterlaffen hatten, und so der Grundriß deutlich erkennbar war. Dieser Grundriß erweist sich als altes indogermanisches Stammgut, als derselbe, den der altgriechische Tempel hatte, ein quadratischer Raum mit Hallenvorbau. Die Befestigung auf der Römerschanze ist durch Feuer, wohl bei einem Ueberfalle, zerstört worden. Später haben sich Slawen da angesiedelt: auch von ihnen sind Spuren nachzuweisen gewesen. Die Slaven haben aber, wie sich noch feststellen ließ, auf die Wiederherstellung bei weitem nicht die Sorgfalt verwendet, wie die Germanen auf die Anlage.
Ungehindert rückten die Slawen in das von den Germanen geräumte, herrenlose Land ein. Die Geschichte meldet keine Einzelheit darüber. Um 750 hatten sie das ganze Gebiet bis zur Elbe und Saale besetzt. Zwischen dem meklenburgischen Hügellande und dem Fläming saßen die Ljutizen oder Wilzen. Von ihren vielen Stämmen sind gerade die des Havellandes den Deutschen besonders bekannt geworden.
Von einer Überlegenheit slawischer Kultur über die germanische kann keine Rede sein. Die Herstellung der Tongefäße auf der Töpferscheibe, die von den Slawen eingeführt wurde, bedeutet nur eine Erleichterung, keinen künstlerischen Fortschritt. Bald kamen Kaufleute aus dem Ausland. Magdeburg war besonders wichtig für den Handel aus dem Süden und Westen, Elbe und Havel waren von Schiffen belebt, von Osten kamen Händler bis aus Byzanz und dem Orient. Viele arabische und byzantinische Münzen sind in der Mark gefunden worden, aus dem 10. Jahrhundert zahlreiche in Paretz. Die Milzen konnten außer getrockneten Fischen und den Erzeugnissen ihrer Bienenwirtschaft wenig bieten.