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Die Neustadt war für die Vergrößerung der Gar- nison berechnet und damit gleichzeitig für die Vergrößerung der Bürgerschaft. Denn nur für die verheirateten Grenadiere wurden Kasernen gebaut, wenn sie nicht eigene Läufer als Gnadenbeweis vom König geschenkt erhielten. Die andern sollten wieder bei den Bürgern im Quartier liegen. Da mußte ein breiter Strom fremder Ansiedler in die Stadt geleitet werden. Zu dem internationalen Durcheinander der Grenadiere kommt ein buntes Gemisch von gewerbfleißigen Kolonisten aus allen deutschen Gauen (besonders Sachsen und der Pfalz), aus Holland, Dänemark und Frankreich. Einheitlich war in diesem Völkergemisch nur die Uniform der Grenadiere, die 1725 statt roter Westen und Hosen solche in Gelb erhielten, nachdem sie schon früher (1714?) die roten Strümpfe mit weißen Stiefeletten vertauscht hatten. Es muß eine wunderliche Stadt gewesen sein mit ihrer babylonischen Sprachverwirrung und ihren roten Riesen in jedem Haus.
Die Häuser für Brauer, Bäcker und Landwerker wurden nach besonderen Mustern gebaut, die 1723 zu Vorbildern für die Monarchie genommen wurden.
Der Charakter der Einwohnerschaft mußte sich gänzlich verändern. Das alteingesessene Kleinbürgerelement trat gegen die neuen Bürger zurück. Zwar brachte die schnelle Besiedelung manch unzuverlässigen Zuwachs und manche schlechten Elemente. Aber im großen und ganzen waren es tüchtige unternehmende Handwerksleute, besonders Bauhandwerker, denen lohnender Verdienst winkte. Die angesehensten Bürger waren bisher in dem wasserreichen Fischerstädtchen die Garnherren gewesen, die vier Teilhaber an dem großm Fischgarn,