sie in Scharen, so daß der König ihnen hinter dem neuerbauten Reitstall (dem „langen Stall") 1734 ein Gotteshaus baute. Vorher hatte der russische Legationspope aus Berlin ihnen auf dem Rathause Gottesdienst gehalten.
Für die religiösen Bedürfnisse seiner Grenadiere und der fremden Kolonisten sorgte der eifrig religiöse König überhaupt in weitherzigster vorbildlicher Toleranz. Baute er doch für die Katholiken schon 1722 hinter der mit katholischen Lüttichern gefüllten Gewehrfabrik eine Fachwerkkirche, die später den zahlreichen katholischen Grenadieren als Gotteshaus diente, und die er 1738 erneuerte und aus Dankbarkeit gegen den ihm treu ergebenen und bei ihm in hoher Gunst stehenden Militärgeistlichen Pater Raymund Bruns, mit Geräten und Bildern reich ausstattete. Selbst für islamitischen Gottesdienst seiner türkischen Grenadiere sorgte er. Für die religiösen Bedürfnisse der Neustadt reichte die lutherische Stadtkirche nicht mehr aus. Schon für die Bürger des reformierten Bekenntnisses war die reformierte Schloßkapelle, in der auch die französische Gemeinde unterkam, zu eng geworden. Zwei neue Kirchen wurden gebaut: die Garnisonkirche 1721 in der Kurfürstlichen „Freiheit" für die große Militärgemeinde und die Heilige Geistkirche 1726 (für die Humbold-, Brauer-, Grün-, Vork- und Burgstraße, das obere Ende des Kanals, die östliche Neustadt und die Berliner Vorstadt) am Ende der Burgstraße an der Stelle des alten kurfürstlichen und königlichen Weinkellers. Während die nüchterne Heilige Geistkirche mit ihrem reichen malerischen hölländischen 1732—35 erbauten Turm noch heute in alter Gestalt steht, mußte die Garnisonkirche 1730 wegen des schlechten