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drei Tore waren fast gleich gebaut in der Art des heute noch erhaltmen, damals an den Zieraten vergoldeten, Jägertores.
Der Anbau der vergrößerten Neustadt wird vom König mit Eifer und Ungeduld betrieben, wenn auch nicht ganz vollendet. Das Bautempo war immer lebhafter geworden. In den ersten zehn Jahren seiner Regierung betrugen die Neubauten etwa 130, in den nächsten zehn Jahren bis 1733 etwa 250, in den letzten acht Jahren dagegen 480!
Der König baute immer mehr Häuser zum Vorrat (1724: über 20, 1730: 54, 1733: 23, 1738: 98) und verschenkte sie.
So entstand schnell der Stadtteil westlich der Nauener Straße. Die Bürgerhäuser hatten ein bestimmtes Muster: zwei Stockwerke mit je fünf Fenstern Front, darüber in der Mitte eine ausgebaute Giebelstube für die Einquartierung.
Eine besondere Liebhaberei gewann der König für holländischen Rohziegelbau. Hatte er schon 1731 in der Parforceheide ein neues Haus (das jetzige Jagd- schlößchen „Stern") in diesem Geschmack erbauen lassen, so brachte er von einer Reise nach Holland 1732 den Kastellan Boumann und zahlreiche Bauhandwerker mit, die ihm ein ganzes holländisches Viertel in der Stadt am Bassin erbauen sollten. Den südwestlichen Block des von der Holländischen und der Kreuzstraße in vier Quarrees geteilten Stadtviertels konnte der König vollendet sehen, die übrigen wurden erst nach seinem Tode fertig. Zu den holländischen Bauten gehörte auch die reizende Gloriette auf einer Insel im Bassin (fälschlich
Tabakskollegium genannt) und das 1734—37 gebaute