Druckschrift 
Geschichte der Stadt Potsdam / unter Mitwirkung von ... hrsg. von Julius Haeckel
Entstehung
Seite
108
Einzelbild herunterladen

108

Fayence, Lackierten Waren, Metallknöpfen, Nähnadeln, Tapeten, Öfen, Pfeifen, Instrumenten-Draht. Die Schocksche Tabaksmanufaktur von 1738 behauptete ihren Ruhm, (Die Witwe des jüngeren Schock heiratete den Kabinettsrat Mencken, der, wie fast alle Kabinettsräte seit Friedrich Wilhelm I., in Potsdam ansässig war und das Lehngut Cladow erwarb. Ihre Tochter Minchen wurde Bismarcks Mutter. Im Garten des Hauses Eisenhart­straße 9 erinnern noch einige Linden an ihre Jugendzeit, als sie mit dem Kronprinzen (dem späteren König Friedrich Wilhelm IV.) dort spielte.) Dagegen hatte die mit dem Waisenhause verbundene Kanten- und Blonden­fabrik erheblichen Rückgang, während die Broderie- und die Gold- und Silberdraht-Manufaktur ganz ein­gegangen war. Eine Fabrik englischer Stöcke und Peitschen hatte lebhafte Ausfuhr bis nach Indien, ging aber bald wieder ein. Die Aufwärtsbewegung der Potsdamer Industrie dauert noch bis 1806. Im Jahre 1805 waren 1979 Personen an 877 Stühlen beschäftigt und lieferten für über eine Million Taler an Fabrikaten (Nowawes wieder eingeschlossen).

Ganz besonderer Gunst des Königs hatte sich die Spanische Tuchfabrik des Kommerzienrats Tamm zu erfreuen. Schon sein Vater hatte Tuchlieferungen für das Heer und ein Privileg auf spanische Tuche (eine besondere Gattung feiner Tuche aus spanischer Wolle, deren Zucht schon Friedrich II. durch Einfuhr von Merino­schafen gefördert hatte) unter Friedrich Wilhelm I. ge­habt. Der Sohn, der sich 1783 dem Thronfolger durch Überlassung des eben erst ersteigerten Gartens des Kauf­manns Punschel am Heiligen See, wo er mit einem andern Garten sich einen Landsitz schaffen wollte, gefällig erwiesen