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der Apenninhalbinsel. Die pompejanische Villa mit einer Therme (1835), eine prostylosartige Gartenhalle als Studierzimmer (1830/31), ein Ruheplätzchen mit den Denkmälem der königlichen Eltern (1834) schlossen sich an.
Prinz Karl erwarb im Jahre 1824 den Glienicker Park vom Grafen Hardenberg-Reventlow. 1824 wurde das Kasino am Wasser umgebaut. 1825—26 folgte das Schlößchen selbst, 1829 der Jägerhof, 1831—36 wurde die Glienicker Brücke nach Schinkels Plan ausgeführt, und ein Eckpavillon im Park ihr gegenüber errichtet. — (1836.) Höchst einfache Formen klassischer Richtung, aus dem Zwecke bürgerlich behaglichen Wohnens er- wachsen, zeigt das Schloß Glienicke selbst, reicheren Schmuck der Turm des Pförtnerhauses. Das Kleinod der gesamten Anlage aber wurde an der Havel das Kasino mit seiner doppelten Pergola, den Freitreppen, der schlichten Quaderung, der harmonischen Grundrißgestaltung. Auch hier tritt Nachahmung griechischer Formen zu rein schmückender Wirkung ganz zurück, es ist ein eigener Wohnhaustypus aus praktischen Bedingungen entstanden. Diese modernste und ursprünglichste Leistung des Meisters erschien in größerem Nahmen, wenn man sie von der Stadtseite aus betrachtete. Die schön gewölbten Bogen der Brücke führten zum Lysikrates- Pavillon und in einer Linie mit diesem wandte sich der Blick zum vorerwähnten Gebäude. So bot sich die ganze Anlage auf grünem Hintergründe dem Beschauer als feingestimmte Einheit dar.
Babelsberg, der Lieblingssitz Wilhelms I., gab dem Künstler Gelegenheit romantische Motive zu verwerten. 1834 entwarf Schinkel seinen Plan, er folgte wohl den