Wünschen der Prinzessin Wilhelm. Der Entwurf sah als Grundriß einen rechtwinkligen Haken vor, es sollte der romantische Eindruck durch die so gewonnene Überschneidung der Bauglieder gesteigert werden. Am Ende der Flügel bildet auf der einen Seite ein achteckiger, aus der anderen ein runder Saal (Turmaufbau) den Abschluß. Die Formen, besonders im Innern, entnahm man nicht der Hoch- sondern der englischen Spätgotik; entsprach doch der flache Tudorbogen dem harmonisch gestimmten Sinne des Meisters. Die rein architektonische Verwertung der Gotik unterscheidet diesen Bau prinzipiell von der schmuckhasten Sentimentalität der Bauweise unter Friedrich Wilhelm II. Windsor, das der Erbauer von seiner Englandreise her kannte, gab wohl Anregungen. Nach Schinkels Tode erfolgten Erweiterungen der Baulichkeiten. 1844 bis 49 wurde durch Strack der große Saal in die Ecke des rechten Winkels gesetzt und der noch fehlende Flügelanbau bis zum Bergfried beendet. Der Flatowturm (1856) zeigt als Kopie des Eschenheimer Tores in Frankfurt a./M. ein stärkeres Streben nach realistischer Erfassung historischer Gotik, nur der untere Anbau mit dem Wassergraben läßt noch ein gewisses romantisches Empfinden erkennen. — — —
Romantisch zu fassen ist auch die Verwertung russischer Motive. Die Königsfamilie war mit dem russischen Kaiserhause eng verbunden. Prinzeß Charlotte, die Tochter Friedrich Wilhelms III., war die Gemahlin Nikolaus' I.
So lenkte sich unwillkürlich der Blick auf die fremdartige östliche Welt. Die russischen Bauernhäuser aus Holzstämmen schienen der Natur eng verwandt, boten etwas ganz Neues für eine Zeit, die alles Naturwüchsige