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Geschichte der Stadt Potsdam / unter Mitwirkung von ... hrsg. von Julius Haeckel
Entstehung
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zu finden, deren keine lebendige Darstellung des ewigen Waltens physischer Kräfte entbehren darf." Die neuen Parkanlagen, Charlottenhof, Neu-Sanssouci, Babelsberg, Glienicke bieten zweierlei Arten der Gartengestaltung. Die nächste Umgebung von Charlottenhof, der Terrassen- garten der Orangerie, der sizilianische, nordische und Paradiesgarten, der geplante Pfingstbergschmuck mit Kaskaden vertreten den Anschluß an den alten regel­mäßig gestalteten Ziergarten der Renaissance unter Ver­meidung allzugroßer Willkürlichkeiten. Alle übrigen Werke der Gartenkunst sind der romantischen Richtung zuzuweisen. Das mehr Sentimentale und Äußerliche tritt zurück, aber das Bestreben, die Natur gewissermaßen nachahmend zu übettreffen, steht im Mittelpunkte. Der Landschaftspark, das kunstvollste und zugleich künstlichste, was Menschenhand geschaffen, hat seinen Ursprung in der Romantik. Aber ein gesundes realistisches Empfinden zeigt sich in dem Studium der Baumarten, ihrer Gruppen­wirkung, ihrer Farbwerte, in der Anordnung der Wege, der Ausnutzung großer Flächen und Durchblicke, der Zu­sammenstimmung besonderer Schönheiten zu einem har­monischen Gesamtbilde. Lennes Verdienste sind auf diesem Gebiete unbestreitbar, ebenso hoch aber sind seine Bemühungen in der weiteren Umgebung zu werten. Schöne Verbindungsalleen zwischen Bornim, Eiche, Bornstedt, Nedlitz verdanken wir ihm; die Gegend um Sakrow, der Königswald, der Nedlitzer Kirchberg, der düstere Teich, Templin, die Ravensberge weisen Spuren seiner Wirksamkeit auf. Im Zentrum aller Neuanlagen steht Sanssouci, des Königs Wohnsitz. Der Eingang zum Park wurde neu geschmückt durch die Kaskatellen, eine Baldachinfontäne, die Bank gegenüber der Friedens-