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Geschichte der Stadt Potsdam / unter Mitwirkung von ... hrsg. von Julius Haeckel
Entstehung
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italienische Villenmotive, bei den Forsthäusern des Parks die italienische Fabbrica und mittelalterlichen Burgenstil. Ein Cottage mit Stallung für Rehwild fügte Schadow, das Tiroler Haus Hesse (1847) hinzu. Ganz klassizistisch mit Pergola, Freitreppe, tempelartigem Belvedere ist die letzte Schöpfung jener Zeit, Schloß Lindstedt (1860). Italienischen Villenstil in eigener, an Renaissancemustern gebildeter Ausprägung zeigt der Umbau der Selloschen Hofgärtnerwohnung (1841 Persius). Unter einem Ge­sichtspunkte müssen die Bauten in der Umgebung der Friedenskirche erfaßt werden. Auch hier ist der Renaissance­stil in seiner Potsdamer Gestaltung reich vertreten. In der Kirche selbst gewinnen die romantischen Neigungen Friedrich Wilhelms Ausdruck. Schon 184144 hatte die Heilandskirche am Port (ecclesia Sanctissimi Salva- toris in portu saero) ihre Stätte gefunden, eine Basilika von Persius, der von dem Herrscher der schöne Säulen­umgang angefügt wurde. In größerem Maßstabe sollte die Friedenskirche diese Form wieder aufnehmen. Früh­christliches sollte in ihr aufleben, wie andere Gebäude die Frührenaissance vertraten. Es ist unrichtig, das Gottes­haus einfach als Nachbildung von S. Clements zu be­zeichnen. Schon die Gestaltung des Innern spricht da­gegen, ebenso der von Sa. Maria in^Cosmedin ent­lehnte Turm. Der Gedanke an die Reinheit des ältesten Christentums ist echt romantisch, man träumte sich zurück in jene Zeit, die ja für die Reformation vorbildlich sein sollte. So zog man wohl S. Elemente mit heran, da sie nach damaliger Ansicht aus der Zeit Konstantins stammte, so ließ Friedrich Wilhelm ein Relief aus der Kirche von Alpirsbach, der angeblich ältesten in Deutsch- land, an der Turmmauer anbringen. Historisch mögen