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Geschichte der Stadt Potsdam / unter Mitwirkung von ... hrsg. von Julius Haeckel
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alle diese Ansichten nicht zutreffen, die Frage ist nur die: Hat der König mit den Ausdrucksmitteln, die ihm zu Gebote standen, die Stimmung, die er erregen wollte, also die künstlerischen Zwecke, wirklich erreicht? Wenn man die Kirche im Rahmen der natürlichen Umgebung, ferner die edle Form der stillen Kreuzgänge betrachtet, so wird sich niemand der Geschlossenheit des Eindrucks, der feierlich-friedlichen, wahrhaft erhabenen Wirkung ent­ziehen können. Die Leitung der Bauten hatte Persius übernommen. Als er, schon 1845, dahinging, sorgte Hesse für die weitere Ausführung. 1849 war man am Ziel. Aber noch etwas Neues, für ein protestantisches Gotteshaus besonders Wichtiges war hier geschaffen worden. Die Kirche stand mit einer Gebäudegruppe in innerem Zusammenhang, dem Predigerhause. Ein echt protestantischer Gedanke war an dieser Stelle zum ersten- male verwirklicht. An den Turm lehnte sich ein Schloß­flügel, Marly, an. Dieser leitete über zu der Wohnung des Geistlichen, mit ihr wieder waren die Torhäuser des Grünen Gitters verbunden. Stilistische Einheit be­herrscht auch die nächste Nachbarschaft. Das Kabinetts­haus am Eingang wurde von Persius umgebaut, mit Turm und säulengetragener Gartenhalle geschmückt (1844). Gegenüber der Villa Liegnitz (1841 von Schadow) schufen (184446) Persius und von Arnim das klassi­zistische, reizende kleine Kabinettshaus oder die Villa Illaire, deren Gartenhalle in der Allee zum Grünen Gitter noch heute die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das Dreikönigstor (klassisch, von Hesse 1850) leitet zu einer zweiten Einheit von Baulichkeiten über, die würdig den Eingang am Obelisken umkränzen. Hesse verdanken wir hier die stimmungsvolle Gestaltung des Weinberges