Unwiederbringlich.
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- schaffen wäre. Doch lassen wir Frau Capitän Hansen. Du wirst lachen, und
e darfst es auch, über das Interesse, das aus dem Vergleich mit Rubens zu sprechen
scheint. Und Rubens noch übertroffen! Ich war gleich am ersten Abend bei ^ Vincent's auf dem Köngens Nhtorv, wohin ich durch Pentz und Erichsen ab-
l. geholt wurde. Viele Bekannte gesehen — auch de Meza, der von Jütland herübergekommen war aber Niemanden gesprochen, was in einer großen po- litischen Aufregung, die ich hier vorgefunden, seinen Grund hat. Hall soll ge-
t, stürzt und Rottwig an seine Stelle gesetzt werden. Natürlich nur Uebergangs-
n Ministerium, wenn es überhaupt glückt, was auch noch die Frage. Lies die Be-
p richte, die „Dagbladet" bringt, sie sind ausführlicher und minder parteiisch als
f: die von „Flyveposten". Am andern Vormittage war ich bei der Prinzessin, um
mich ihr vorzustellen. Ihr Benehmen gegen mich genau dasselbe wie früher; is sie kennt meinen abweichenden politischen Standpunkt, aber sie verzeiht es mir,
n- daß ich mehr für das alte Dänemark bin, als für das neue. Meiner Loyalität
ist sie sicher und meiner Anhänglichkeit an ihre Person doppelt und dreifach. Das läßt sie Vieles übersehen, wenigst! ns so lange der König lebt und von einer w, ernsten politischen Krise keine Rede sein kann. So sind Wir in der angenehmen
Ke Lage, auf einem völligen Friedensfuße mit einander verkehren zu können.
m, In der Umgebung der Prinzessin hat sich nichts geändert, fast zu wenig,
ich Alles ist bequem und behaglich, aber doch zugleich auch ergraut und verstaubt;
be- die Prinzessin hat kein Auge dafür, und Pentz, der vielleicht Wandel schaffen
M könnte, hält es für klug, die Dinge ruhig weiter gehen zu lassen. Die Schimmelet- mann ist nach wie vor würdig und wohlwollend, an Charakter ein Schatz, aber
ge- ein wenig bedrückend. An Stelle der Gräfin Frjis, die, während der letzten
er zehn Jahre, der Liebling der Prinzessin war, ist ein Fräulein von Rosenberg
aen getreten. Ihre Mutter war eine Wrangel. Diese Rosenberg's stammen aus
>ar, dem westpreußischen Städtchen Filehne, wurden erst unter Gustav III. baronisirt
wer und haben keine Verwandtschaft weder mit den böhmischen noch mit den schlesi-
ieb. schen Rosenberg's. Das Fräulein selbst — nur immer der älteste Sohn führt
den Baronstitel — ist klug und espritvoll und beherrscht die Prinzessin, soweit ück- sich Prinzessinnen beherrschen lassen. Unzweifelhaft, und dafür haben wir ihr ein alle zu danken, hat sie dem kleinen Nebenhos im Prinzessinnenpalais den Charakter
ein der Langenweile genommen, der früher der vorherrschende war. Ich konnte mich
iner gestern, wo ich Dienst hatte, von diesem Wandel der Dinge überzeugen, mehr
var, noch vorgestern, wo wir eine Wagenpartie nach Klampenborg und der Eremitage
wen. machten. Es war ein wundervoller Tag und als bei Sonnenuntergang an die
hier, zweitausend Hirsche geschwaderweise bei uns vorbeidefilirten — ein Schauspiel,
sina- von dem ich oft gehört, aber das ich nie gesehen habe —, schlug mir das Herz
üttel vor Entzücken, und ich wünschte Dich und die Kinder herbei, um Zeuge davon
daß sein zu können. Es verlangt mich übrigens lebhaft, von Euch zu hören. Was
zu- hast Du hinsichtlich der Pensionen beschlossen? Ich habe Dir gern und voll
itua- Vertrauen freie Hand gelassen, aber ich hoffe. Du wirst nichts übereilen. Das
und Hinaussenden der Kinder in die Welt hat seine Vorzüge, das soll unbestritten
mrde bleiben, aber das Beste bleibt doch das, was die Familie bietet, das elterliche
e ge- Haus. Und wenn eine Hand, wie die Deine, das Haus bestellt, so verdoppelt