Heft 
(1891) 66
Seite
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Deutsche Rundschau.

graben von Riesenbetten, an und für sich sehr verschiedene Dinge, die sich sre in der Vorstellung der Zukunft doch vielleicht noch zu einer seltsamen Ein zusammenthun werden. Vor Allem denkt er: apräs nous 1s äsluM. Und ist ein Unglück. Ich hasse Moralpredigten und Tugendsimpeleiech, aber andr seits bleibt doch auch bestehen: es ist nichts mit den laxen Grundsätzen Grund sind wichtiger als das Thatsächliche. Das sag' ich Ihnen, lieber Pentz. Holk liegt es anders, er ist ein Deutscher, und wenn er auch vielleicht Schwanken kommt (die Rosenberg hat mir wahre Wunderdinge von der ^ Brigitte Hansen erzählt), so hat er eben seine Frau Christine daheim. Uni müßte mich sehr in ihr irren, wenn sie nicht mit ihrer Macht von Holkenäs Kopenhagen reichen sollte. Und nun au rsvoir, meine Herren."

Siebzehntes Capitel.

Holk hatte nicht Zeit, sich Betrachtungen über das eben Gehörte hi geben, denn es war ein besuchreicher und überhaupt ein ziemlich unruhiger Um Zwölf erschienen zwei bildschöneMit-nikees" der Prinzessin, noch 1 Kinder, um die Großtante zum Besuch einer historischen Ausstellung abzuh die die Professoren Marstrand und Melbye seit dem 1. October in eil Nebensälen des Museums eröffnet hatten. Die ganze Stadt sprach von i Ausstellung, und wie gewöhnlich trat das Politische daneben zurück, trotzde gerade Tage waren, in denen nicht nur ein Ministerium, sondern fast auc Monarchie in Frage stand. Aber was bedeutete das neben großstädtischer nun gar Kopenhagens Vergnügungssucht, die sich diesmal außerdem noch l einem großen Worte verstecken und als Patriotismus ausgeben konnte. ! was es da zu sehen gab, war etwas nie Dagewesenes, eine dänische Nativ ausstellung, zu der man Alles, was an historischen Porträts in Stadt und existirte, sorglich zusammengetragen hatte. Mit Kniestücken Christian's II seiner Gemahlin Jsabella sing es an und schloß mit drei lebensgroßen Po: Friedriche VII., des jetzt regierenden Königs Majestät, ab. In einiger fernung war auch das Bildniß der Danner. Dazwischen endlose Schlacht Land und zu See, Kämpfe mit den Lübischen, Erstürmung von A Bombardement von Kopenhagen, überall rothröckige Generäle, noch mehr Seehelden aus mindestens drei Jahrhunderten, und natürlich auch ThorM und Oehlenschläger und der häßliche alte Grundtvig. Die Prinzessin zeigt ein mäßiges Interesse, weil das Meiste, was sie sah, den zahlreichen Seeland hin zerstreuten königlichen Schlössern entnommen, ihr also seit bekannt war; die jungen Großnichten aber waren Feuer und Flamme, f- hierhin und dorthin und konnten einen Augenblick wirklich die Vorst Wecken, als ob sie jedem alten Admiral, von denen einer der berühn ein Pflaster über dem einen Auge hatte, die vollste Bewunderung ent brächten. Aber aus die Dauer entging es doch Niemandem, weder der Prü noch ihrer Umgebung, daß das ganze Interesse für Admiräle nur Schm Komödie war, und daß die jungen Prinzessinnen immer nur andächtig vi