Heft 
(1891) 66
Seite
341
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Struensee-Proceß zu machen und Sie der unerlaubten Beziehungen zur Gräfin- Putzmacherin zu zeihen. Denken Sie, wenn dann Ihr Haupt fiele! Doch ich will Sie so weit nicht bedrohen und verurtheile Sie nur, den Artikel zu lesen, hier den; Ebba hat jede Zeile roth unterstrichen, sie liebt dergleichen, und dann mögen Sie sich Wundern, wie weit wir in Dänemark mit unserem Regiment der Gasse bereits gekommen sind. Regiment der Gasse, leider; vor Holk sollten wir uns freilich sträuben, es zuzugestehen, denn es stellt uns bloß und ist nur Wasser auf seine schleswig-holstein'sche Mühle. Doch was Hilst es, der Artikel ist nun mal da, und wenn er ihn hier nicht liest, so liest er ihn in seiner Wohnung, oder die Frau Capitän Hansen liest ihn ihm Wohl gar vor. Leute, die selber Anspruch auf einenArtikel" oder Aehnliches haben, sind immer am durstigsten nach Allem, was Sensation macht."

Holk fühlte sich unangenehm berührt, weil er aus dieser Schlußbemerkung aufs Neue heraushörte, daß der gute Leumund der Hansens ein großes Frage­zeichen habe; es war aber nicht Zeit, sich diesem Gefühle hinzugeben, denn Pentz hatte das Blatt bereits in die Hand genommen und begann, während er sein Pince-nez hin und her schob:Erbprinzlich Ferdinand'sche Wechsel zu verkaufen!"

Nun, Pentz, Sie stocken ja schon und ziehen Ihr Taschentuch, muthmaßlich um Ihre Gläser zu putzen und sich zu vergewissern, daß Sie recht gelesen haben. Aber Sie haben recht gelesen. Fahren Sie nur fort."

. . . Verschiedene vom Prinzen Ferdinand, Königliche Hoheit, und zwar unter dem Zusatze: ,bei meiner königlichen Ehre< ausgestellte Wechsel, indossirt von seinem Kammerassessor Plöther, sind zu verkaufen, und zwar für den Werth, den eventuelle Liebhaber, beziehungsweise Sammel- und Curiositätenamateurs, Papieren von solcher Bedeutung beimessen wollen, doch nicht unter fünfzig Procent. Man beliebe sich an das Comtoir Kokkegarde 143 zu wenden ..."

Pentz legte das Blatt nieder; der Artikel war zu Ende.

Nun, meine Herren, was sagen Sie zu diesem Vorkommniß, von dem ich behaupten darf, Aehnliches in meinen siebzig Jahren noch nicht erlebt zu haben. Sie schweigen, und Holk ist muthmaßlich der Meinung: wie man sich bettet, so liegt man; wer Wechsel ausstellt, und noch dazu ,bei seiner königlichen Ehre^, hat die Wechsel einzulösen, und unterläßt er's, so muß er sich's gefallen lassen, wie's hier geschieht, von Kokkegarde 143 aus an den Pranger gestellt zu werden. So denkt muthmaßlich Holk, und er hat Recht; gewiß, es liegt so. Der Prinz ist mir auch durchaus gleichgültig, und je mehr er sich ruinirt, je mehr kommt es dem zu Statten, der bestimmt ist, an dieses sogenannten Erbprinzen Stelle, wirklich der Erbe dieses Landes zu sein. Aber ich kann mich der egoistischen Freude darüber, meine politischen Pläne gefördert zu sehen, doch nicht ganz hin­geben, wenn so viel Anderes und schließlich Wichtigeres dabei verloren geht . . . Kein Vogel beschmutzt das eigene Nest, und es gibt eine Solidarität der Interessen, die das Königthum als solches anerkennen muß, sonst ist es um das Königthum überhaupt geschehen. Ich könnte mich überDagbladet" aigriren, und ich gestehe, mein erster Unmuth ging nach dieser Seite hin. Aber was ist eine Zeitung? Nichts. Aigrirt bin ich über den König, dem dies Gefühl der Solidarität ab­handen gekommen ist. Er denkt an nichts als an die Danner und an das Aus-