Einleitung.
Von anderen deutschen Rousseau-Schriften will ich nur eine erwähnen, da ich sie mehrfach benutzt habe: Albert Jansen, J. J. R. als Botaniker(Berlin. 1885. G. Reimer). Hier verspricht der Titel weniger, als das Buch bietet. Jansen bemerkt selbst im Eingange, dass er eigentlich Rousseau’s Leben von 1764 bis 1778 schildert. Er thut es in ebenso anziehender wie gründlicher und gelehrter Art. Besonders hervorzuheben ist, dass Jansen über Rousseau’s Geisteskrankheit in durchaus zutreffender Weise urtheilt.
Soweit hatte ich 1889 geschrieben. Merkwürdigerweise ist bald nach dem meinen ein zweites Buch über Rousseau’s Krankheit erschienen: La Folie de J.-J. R.; par le Dr. Chatelain. Neuchatel. 1890(gr. 8°. 235 p.). Chatelain kommt im Ganzen zu denselben Ergebnissen wie ich, nur hat er für seine Darstellung eine andere Form gewählt, denn er schildert in einzelnen Capiteln die körperliche Gesundheit, den Charakter, die Erziehung, den Verfolgungswahn, dessen Ursache, dessen Ausdruck in Handlungen und Schriften, schliesslich den TodRousseau’s. Chatelain stimmt mit mir auch darin überein, dass er dem unglücklichen Dichter Gerechtigkeit zu Theil werden lässt und herzlich für ihn empfindet. Gegen Chatelain muss ich zweierlei hervorheben. Er erwähnt die geschlechtlichen Verhältnisse Rousseau’s gar nicht und meint, ich hätte durch deren Besprechung mein