Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
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Die vermissten Briefe.

Während dieser Arbeit machte er eine schreckliche | Entdeckung, die ihn bestimmte, alle Reisepläne end­| giltig aufzugeben.

|Während ich der noch rückständigen Antwort des Gesandten entgegensah, bemerkte ich um mich her eine so auffallende Bewegung, trafen so geheimniss­|| volle Reden mein Ohr, schrieb Bovier mir so be­| unruhigende Briefe, dass ich nicht verkennen konnte, wie man darauf ausgehe, mich ganz aus der Fassung zu bringen. Auch erreichte man seinen Zweck. Mein Kopf gerieth in Folge der verschleierten Andeutungen in Verwirrung, zumal man diese Schrecken durch das Dunkel, in das man sich hüllte, noch zu steigern be­müht war. Genau zu derselben Zeit wurde, wie es hiess, an der Grenze des Dauphine ein Mann verhaftet, den man als einen Mitschuldigen an einem absCheu­lichen Attentate[dem Mordversuche des Damiens gegen Ludwig XV. im Jahre 1757] bezeichnete, und man ver­sicherte mir, dass dieser Mensch durch Bourgoin kommen werde. Die Aufregung war gross, die geheim­nissvollen Reden wurden fortgeführt, und zwar mit 2 ‚der auffallendsten Absichtlichkeit. Kurz, hätte man den bestimmten Zweck verfolgt, mich ganz und gar wahn­sinnig zu machen, man hätte keine geeigneteren Wege einschlagen können... Unterdessen fuhr ich fort, mich zur Abreise nach England vorzubereiten, und sah deshalb meine Papiere durch... Ich begann mit einer Samm­lung von Briefen, die ich abgeschrieben hatte, und blät­terte gedankenlos in dem ersten Bande, als ich zufällig auf eine Lücke stiess, die mir schon früher aufgefallen

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Möbius, Rousseau. 14