Die Anklagen gegen die Aerzte.
wider die Natur geheilt sein, so würden wir nicht durch die Hand des Arztes sterben. In beiden Fällen würde man durch Entsagung gewinnen. Ich bestreite nicht, dass die Medicin einzelnen Menschen Nutzen bringe, aber ich behaupte, dass sie dem menschlichen Geschlechte im Allgemeinen schädlich sei. Man wird mir entgegnen, wie man zu thun pflegt, dass der Arzt irrt, die Medicin selbst aber unfehlbar ist. Ganz vortrefflich! Aber möchte sie dann doch ohne den Arzt kommen, denn, wenn beide kommen, ist von dem Irrthume des Künstlers hundertmal mehr zu fürchten, als von der Hilfe der Kunst zu hoffen.... Lebe der Natur gemäss, sei geduldig und schicke die Aerzte fort. Du wirst dem Tode nicht entgehen, aber du wirst ihn nur Einmal fühlen, anstatt, dass jene ihn dir täglich in die verstörte Seele tragen, und dass ihre lügnerische Kunst dein Leben nicht sowohl verlängert als verbittert. Ich frage immer, welchen wirklichen Nutzen diese Kunst den Menschen gebracht habe. Ja! Einige, von denen, die sie heilt, würden sterben, aber Tausende, die sie tödtet, würden am Leben bleiben. Verständiger Mann, setze nicht in diese Lotterie, welche mehr Nieten als Gewinne hat. Leide, stirb oder werde gesund, aber vor Allem lebe bis zu deiner letzten Stunde.“ Rousseau erwidert dem Franzosen, dass JeanJaques wohl Verfolgung erwartet habe wegen seines rücksichtlosen Freimuthes, nicht aber die Schmach, die ihn betroffen hat. Auch sei des Jean-Jaques Schicksal sicher nicht eine Wirkung seiner Schriften, sondern persönlichen Hasses. Es handelt sich um einen