Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
299
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Der Tod.

Freimuth zu entdecken._Robespierre durfte den Botaniker zwei Stunden lang auf seiner Wanderung begleiten*), und erlangte nach vielen Bitten die Er­laubniss, seinen Besuch zu wiederholen. Als er wieder kam, war Rousseau todt.

An einem Donnerstage, am 2. Juli 1778, früh zwi­schen zehn und elf Uhr schied der Dulder Rousseau aus dem Leben. Es liegen über seine letzten Stunden Angaben von Therese und von Herrn von Girardin vor. Obwohl die Berichte nicht ganz übereinstimmen, sagen doch Beide aus, dass Rousseau nach seiner Gewohnheit am frühen Morgen aufgestanden sei und sich dann mit seiner Frau zum Frühstücke niedergesetzt habe, dass er gegen zehn Uhr über Schmerzen im Rumpfe, die bald als Leib-, bald als Brustschmerzen bezeichnet werden, und über Stiche im Kopfe geklagt habe, dass er etwas später plötzlich von seinem Sitze vornüber auf den Boden gestürzt sei, und dass, als auf Thereses Schrei hin, Herr von Girardin herbei­eilte, der Tod schon eingetreten war. Wieder etwas anders lautet der Bericht des Arztes le Bögue, der freilich kein Augenzeuge gewesen ist.Er wollte aus­gehen, als er einen Zustand von Uebelkeit, Schwäche und allgemeinem Unbehagen empfand. Er klagte nach einander über sehr unangenehmes Kribbeln in den Fusssohlen, über ein Kältegefühl im Rücken, über Schmerzen in der Brust und besonders in der letzten Stunde über ausserordentlich heftige, anfallweise auf­

*) Eine merkwürdige Scene! Man glaubt, die Biluthunde der Revolution aus der Ferne heulen zu hören.