Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
298
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Resignation und Tod.

stimmte ihn, ländliche Feste für die Dorfbewohner aus­zurichten, und suchte nach Kräften den Armen und Kranken im Dorfe zu helfen. Doch scheint auch hier die Zufriedenheit nicht von Dauer gewesen und schon nach Monatfrist etwa die Unruhe zurückgekehrt zu sein. Wenigstens wird versichert, dass er ängstliche Be­fürchtungen geäussert und auf die Rückkehr nach Paris gedrungen habe.

Eines der letzten Ereignisse in Rousseaus Leben war der Besuch, den ein achtzehnjähriger Jüngling, ein begeisterter Verehrer seiner Schriften ihm machte. Dieser junge Schwärmer war Maximilian Robespierre. Er hat selbst über seine Pilgerfahrt nach Ermenonville berichtet. Er erzählt, dass er Rousseau im Parke ge­funden und sich ihm schüchtern genaht habe. Rousseau begrüsste den Fremden nicht unfreundlich und sagte u. A.:Sie wollen mich sehen, nicht wahr? Ich bin das Wunderthier von ganz Paris... man redet sich an: haben Sie den Narren Jean-Jaques gesehen? Jetzt besonders, da Herr von Voltaire nicht mehr lebt, muss ich für ihn mit figuriren. Wissen Sie, wohin man mich mit dieser barbarischen Neugierde noch bringen wird? Man wird mich tödten. Nachdem sie mich verfolgt, wie ein Wild gehetzt haben, ersticken sie mich in ihren Umarmungen. Soll ich denn genöthigt werden, auch diese Einsamkeit zu verlassen? Ich könnte hier so glücklich sein. Das ist ein unerträglicher Zulauf, Doch gilt das nicht von Ihrem Besuche. Die Phy­siognomie hat mich selten getäuscht und ich glaube bei Ihnen eine Richtung zum Höheren und wahren