Ermenonville.
ihm von seinen früheren Sammlungen geblieben war, suchte er zusammen, eifrig botanisirte er in der Natur, und so gelang es ihm, in zehn Monaten ein neues, elf Quartbände füllendes Herbarium zusammenzustellen. Auch das Studium botanischer Bücher betrieb er von Neuem angelegentlich. Seine letzte wissenschaftliche Arbeit bestand darin, dass er in dem Winter 1777/78 für den Abbe Pramont die drei Foliobände der Botanik von Regnault durcharbeitete, die Abbildungen nach Linn&’s System ordnete und den Text mit Kritischen Anmerkungen versah. Für seine Moos-Sammlung, die als„ein Meisterwerk von Zierlichkeit“ beschrieben wird, sammelte er noch im letzten Winter in der Umgegend von Paris.
Im Frühjahre 1778 lud der Marquis Girardin Rousseau ein, nach seiner Besitzung, dem Schloss Ermenonville, das etwa zehn Stunden nördlich von Paris liegt, überzusiedeln. Rousseau nahm diesen Vorschlag an und bezog am 20. Mai seine neue Wohnung, einige kleine Zimmer im Hause des Kastellan von Ermenonville. Wie es scheint, gefiel ihm der neue Aufenthaltort zunächst recht gut. Er beschloss, eine Flora von Ermenonville zusammenzustellen, und beauftragte den Arzt le Begue de Presle, der ihn zuweilen besuchte, ihm Papier und Farben, Bücher über Moose und Pilze, endlich auch Reisebeschreibungen als Unterhaltung für Therese zu besorgen. Er unterrichtete das Töchterchen des Herrn von Girardin in der Musik und botanisirte mit dem Knaben in dem grossen Parke des Schlosses. Auch nahm er Einladungen des Schlossherrn an, be