Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
296
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Resignation und Tod.

verlangen, was in einer so traurigen Lage unter Men­schen verweigert wird. Ich bin sogar überzeugt, dass die Annahme meines Vorschlages den Leuten, die über mein Geschick verfügen, viel Sorge und Geld ersparen kann. Doch das, was ich bisher von dem gegen mich befolgten Spsteme erfahren habe, lässt mich bezweifeln, dass diese Gunst mir zu Theil werde. Ich bin es mir aber schuldig, sie zu erbitten. Wird sie mir verweigert, so werde ich in meinen alten Tagen meine traurige Lage doch geduldiger ertragen, wenn ich mir das Zeug­niss geben kann, dass ich Alles gethan habe, was von mir abhing, um sie erträglicher zu machen. Ein Graf Duprat, unter dessen Papieren man das Nothschreiben Rousseaus gefunden hat, bot eins seiner Güter als Asyl an, doch führten die Verhandlungen nicht zu der An­nahme dieses Vorschlags. Rousseau blieb zunächst in seinen alten Verhältnissen, die offenbar mit der Wieder­kehr des Frühlings und der Besserung in Thereses Gesundheit erträglicher geworden waren.

Nachdem erdie Pflichten zur Ehre seines Namens in vollem Maasse erfüllt zu haben glaubte, hatte er sich wieder der Botanik zugewendet. Scherzend schrieb er:Sammeln und einlegen will ich alle Ge­wächse der Alpen und des Meeres und alle Bäume der beiden Indien; auf gut Glück beginne ich vor der Hand immerhin mit Gauchheil, Kerbel, Ochsenzunge und Kreuzkraut; ich stecke eine gelehrte Miene auf, botanisire dann um meine Vogelkäfige herum und so­bald ich dort ein keimendes Körnchen gewahre, sage ich mir: Siehst du, wieder eine Pflanze mehr. Was