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Der combinatorische Verfolgungswahn.
währenden geheimen Nachreden zu entziehen. Dieses letztere Mittel hilft nicht selten für einige Zeit. Allein sehr bald wiederholen sich die gleichen Wahrnehmungen wie früher; auch an seinem neuen Aufenthaltsorte | scheint man binnen Kurzem bereits über ihn orientirt | zu sein; man spionirt ihm also überall nach. Er merkt, | dass ihm einzelne Personen auf Schritt und Tritt folgen, | ihn beständig überwachen, und sieht nun wohl, dass mächtige und hartnäckige Feinde ihn verfolgen, deren Nachstellungen er auf die Dauer nicht entgehen kann. Der Verdacht lenkt sich dabei bald auf die Polizei, die ihn wegen wirklich oder vermeintlich begangener Vergehen oder auf Grund verleumderischer Denunciationen ‚zur Rechenschaft ziehen will, auf seine Vorgesetzten, politische oder religiöse Parteien, bald auf einzelne Personen, Nachbarn, Collegen, Rivalen, von denen er Feindseligkeiten befürchten zu müssen glaubt. Nicht selten kommt es in dieser Periode der Krankheit unter wachsender psychischer Erregung zu plötzlichen intensiven Aufregungszuständen, die den Kranken in seiner Angst zum Selbstmorde, zu Gewaltthaten gegen seine vermeintlichen Feinde, zu Fluchtversuchen und ähnlichen krankhaften Handlungen treiben und häufig erst den Anlass zur Erkennung der Pspchose, sowie zur Verbringung in die Irrenanstalt abgeben.“
Man wird ohne Mühe in dem wiedergegebenen Bruchstücke der Schilderung Kraepelin’s Rousseau’s Krankheit erkennen.
Die Namen der einzelnen Paranoia-Formen sind nicht bei allen Autoren dieselben, Indessen ist das
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Möbius, Rousseau,