lieh als Zugvieh. Die Schweinezucht basierte auf primitiver Eichelmast (Flurname: „Eichkoppel“). Bedeutend war die Imkerei wegen des Wachskerzenverbrauchs im katholischen Kultus, bevor 1539 die Prignitz protestantisch wurde. Interessant sind Klagen, die in den gemeinschaftlichen Weideverhältnissen auftauchen. 1787 wird der Erbpächter Wienecke zu Pampin verklagt, die gemeinsame Weide zu seinem Vorteil zu nutzen, indem er seinen Sohn, einen Schäfer, mit 70—80 Schafen zu sich genommen habe, wobei er selbst doch 20 Schafe hätte. Die Angelegenheit wird durch das Amt Grabow entschieden, daß Wienecke pro Schaf 3 Schillinge zu zahlen habe. Mit dem aufkommenden Kartoffelanbau 1765 und den Separationen 1785—1839 geht dieses romantische Hirtendasein zu Ende.
Wenige Erinnerungen haben sich aus dieser Zeit erhalten. Die Wasser- und Windmühlen leben nur in Flurbezeichnungen weiter („Mühlenkamp"). Webstuhl, Dreschflegel, Backöfen, Butterstampfer, Leinöllampen, Herde mit geschwärztem Rauchfang, Truhen, gestampfte Lehmfußböden und Strohdächer sind verschwunden. Sitten und Gebräuche der Spinnstuben sind verblaßt. Und wenn auch die alte Markgenossenschaft, wenn auch die Genossenschaften der Handwerkerzünfte und Kaufmannsgilden längst vergessen sind, so lebt doch das dem Deutschtum eingeborene Genossenschaftswesen in neuen Formen auf. Die alten gesellschaftlichen Zustände sind vergangen, und neue Generationen prägen das Bild einer durch die Technik und neue Gesellschaftsordnung sich verändernden Zeit.
WILLI WESTERMANN
Die alte und die neue Schule in Cumlosen
„Dat verstoh ick nich, worüm de Göm hüt sovöl lärn mütt’n! Früher mök dat so’n Schoster orrer Schnieder so nämbi — un all sünd se grot worn. Ick häw jo nix dato intowenn’n wenn de Görn in hütiger Tied bät’n Schrim un Räken mer lärn as wie früher. Dat geit äm’n vorwärts mütt de Büldung. öwer de Jung’s sünd hüt to roh — un dat kümmt daher, dat de hüt towenig ut’n Katechismus lärn. Wie han damols sonne Kanon in de School, de kunn’n dänn Katechismus vorwärts un rückwärts." Dat vertell’n noch manch olle Lüh von de gote olle Tied.
Un dat de Jung’s vor dänn ersten Weltkriech uck keene Engel wärn, wüll ick hüt ganz kott vertelln: „As mien Vadder hier in Cumlosen noch to
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