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Sonderheft 2, Zur Entstehungs und Wirkungsgeschichte Fontanescher Romane
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neue Texte aus Literaturarchiven der DDR zugänglich machen. Hans-Hein­rich Reuter gibt aus den Beständen des Goethe- und Schiller-Archivs, Wei­mar, Fontanes Briefe an Julius Rodenberg heraus. Von den 108 Briefen, in denen sich die Beziehungen des Dichters zum Herausgeber der angesehenen «Deutschen Rundschau» dokumentieren, werden 71 in diesem Band zum ersten Mal publiziert, und obwohl es sich dabei vorwiegend um eine « Ge­schäftskorrespondenz » handelt, sind die Briefe gleichwohl äußerst reizvoll für den Freund des Dichters und unentbehrlich für den Forscher. Unge­druckte Tagebuchaufzeichnungen beider Partner und zahlreiche unbekannte Texte ergänzen den Band.

Auch die von Helmut Richter edierte Dokumentation Der junge Fontane. Dichtung, Briefe, Publizistik enthält bislang unveröffentlichte Manuskripte aus dem Theodor-Fontane-Archiv, darunter Gedichte und das parodistische Trauerspiel «Der letzte Liepewinkler ». Die hier aus den Jahren 1837 bis 1851 zusammengestellten Texte revidieren entschieden das traditionelle Bild von einem farblosen Berliner Lokalautor; sie weisen Theodor Fontane schon in seinen literarischen Anfängen alsgesellschaftlichen Schriftsteller aus, der sich leidenschaftlich mit der politischen Realität Deutschlands auseinander­setzt. In diesem Band wird der junge Fontane als profilierter Lyriker des deutschen Vormärz und als engagierter Publizist der achtundvierziger Revo­lution wiederentdeckt.

Überwiegend auf noch unveröffentlichte Materialien des Theodor-Fontane- Archivs stützt sich schließlich auch der von Hans-Heinrich Reuter besorgte Band Aufzeichnungen zur Literatur, in dem - in einer Art Fortführung der « Schriften zur Literatur » - der Literaturkritiker Fontane zum Wort kommt. Die Sammlung bietet Aufsätze und Rezensionen zur deutschen und außer­deutschen Literatur sowie zu allgemeinen Fragen der Literatur und Kunst.

G. E.

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