Nicht zuletzt beeinflussen die offenen Strukturprobleme, wo die Klassen 5 und 6"angesiedelt" sind,(Orientierungsstufe, Förderstufe, 6-jährige Grundschule, Gesamtschule) die Problemlage und die Zukunftsaussichten.(Denkschrift NRW 1995, Jürgens 1994)
Anliegen des Beitrages soll es sein, zum Themenkreis auf einige relevante Untersuchungen in Disziplinen der Erziehungswissenschaften und auch auf erkannte„Forschungslücken‘“ aufmerksam machen und dabei der Frage nachzugehen, inwiefern in den ostdeutschen Bundesländern Erfahrungen und Erkenntnisse aus den alten Bundesländern nutzbar erscheinen, was an neuen Fragestellungen für neue Untersuchungen herangereift ist. Diesbezüglich werden Vorschläge für die Projektion von Untersuchungen unterbreitet.
Zur Problem- und Forschungslage
Die Lehrer-Schüler-Beziehungen werden hier unter schulpädagogischdidaktischem Zugang reflektiert, d. h. es wird von der Interdependenz verschiedener Bedingungen und Faktoren und der Mehrdimensionalität des Gegenstandes ausgegangen(Kluge 1956, Nickel 1976, Petillon 1980, 1982), wobei das Unterrichtshandeln des Lehrers bewußt fokussiert ist. Demnach soll unter Lehrer-Schüler-Beziehungen(L-S-B) eine Qualität von sozialen Beziehungen verstanden werden, die auf das unterrichtsspezifische Zusammenwirken von Lehrern und Schülern als den Akteuren von Unterricht in der Lerngemeinschaft der Klasse gerichtet ist. L-S-B schaffen einerseits Voraussetzungen für das unterrichtliche Lehren und Lernen, andererseits stehen sie in dynamischer Wechselwirkung zum Unterrichtshandeln in seiner sachlichen, sozialen und methodischen Dimension. Die Beschreibung einer"Mantelfunktion"(Fichten 1993) für das unterrichtliche Handeln beschreibt m. E. das Zusammenwirken nur annähernd. Eine bestimmte Qualität von Lehrer-Schüler-Beziehungen ist sowohl für die Lehrerin und den Lehrer, die Klassengemeinschaft als auch die einzelne Schülerin und den einzelnen Schüler erlebbar. Auch die Eltern nehmen sie - vermittelt über ihre Kinder- in der Regel wahr. Den Lehrern obliegt im Rahmen der Unterrichtsführung die"didaktische Regie" für die Gestaltung solcher länger andauernden und grundlegenden sozialen Beziehungen. Relevante soziale Qualitäten zeigen sich in den kognitiven und praktischen Lehr- und Lernhandlungen, Kooperations- und Kommunikationsstrukturen, in Regeln für die Zusammenarbeit, die zwischen den Akteuren von Unterricht entstehen und entsprechend realisiert werden. Sie bleiben nicht auf Unterricht, Klasse und Lehrer oder Lehrerin beschränkt, sondern strahlen auf die gesamte Schulwirklichkeit aus. Lehrerseitig bedeutsame
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