Rousseau’s körperliche Beschaffenheit.
und die Amme. Von der Sorgfalt, Tüchtigkeit und Zärtlichkeit dieser Beiden spricht Rousseau mit der grössten Anerkennung. Abgesehen von der anfänglichen Schwächlichkeit scheint Rousseau ein gesundes Kind gewesen zu sein. Von Kinderkrankheiten wird gar nichts erwähnt. Jedoch brachte Rousseau einen Bildungsfehler der Blase mit zur Welt, der ihm fast während des ganzen Lebens schwere Leiden verursachte und auf den wir später zurückkommen müssen. Ob er als Degenerationzeichen zu betrachten sei, bleibe dahingestellt. Ausserdem war ein mässiger Grad von Hypospadie vorhanden, ein Zeichen von eigenthümlicher Bedeutung. Andere grobe Degenerationzeichen (körperliche Missbildungen, die auf eine Kkrankhafte Anlage des Nervensystems erfahrungsgemäss schliessen lassen) scheinen nicht vorhanden gewesen zu sein. Vielmehr war Rousseau nach seinen eigenen und der Zeitgenossen Angaben sowohl wie nach den erhaltenen Abbildungen im Allgemeinen wohlgebildet. Er besass besonders eine schöngewölbte Stirn, einen zierlichen Mund, kleine, etwas tiefliegende, feurige Augen, eine sehr angenehme Stimme, dunkles Haar und, wie mit Rücksicht auf die damalige Tracht hervorgehoben wird, „ein gefälliges Bein“. Er war schlank gewachsen und erreichte nur mittlere Höhe. Wiederholt jedoch bemerkt Rousseau, dass er kurzsichtig gewesen sei. Bemerkenswerth ist, dass er, nach seiner Angabe, schon im 16. Jahre den Mund voll schlechter Zähne hatte. Frühzeitiger Zerfall der Zähne ist bei nervösen Menschen überaus häufig.