Vagabundage.
gabung deutende Neigung zur Musik. Er verliess daher die Patres und zog zu einem Musikdirektor, mit dem er bald zu Hause, bald in der Kirche, bald bei Frau von Warens der Frau Musika in Heiterkeit diente.
Ein neuer Lebensabschnitt begann, als der Musikdirector in Folge eines Streites aus Annecy entwich und Rousseau ihn auf Wunsch der Freundin nach Lyon begleitete. In Lyon liess Rousseau den Lehrer feiger Weise im Stiche, als dieser, der trank und an Epilepsie litt, in einem Krampfanfalle zu Boden fiel. Wenn man gesehen hat, in welche fassungslose Bestürzung und Furcht manche Leute einem epileptischen Anfalle gegenüber gerathen, so wird man Rousseau’s Flucht zwar nicht loben, aber begreifen. Er eilte nach Annecy zurück und erfuhr zu seiner Bestürzung, dass Frau von Warens nach Paris gereist sei. Seiner Führerin beraubt, lebte er zunächst ziemlich planlos dahin und wurde dann wirklich eine Art von Vagabund. Er begleitete die Kammerjungfer der Frau von Warens nach Freiburg i. d. Schw. und lieferte dabei einen schlagenden Beweis nicht sowohl grundsätzlicher Ehrbarkeit als ungewöhnlicher Blödigkeit, denn obgleich er mit dem sehr entgegenkommenden Mädchen in einem Zimmer schlief, kamen Beide in Freiburg genau so an, wie sie von Annecyp abgereist waren. Von Freiburg wanderte Rousseau nach Lausanne und hatte die Dreistigkeit, dort ein Concert zu geben und eine eigene Composition aufführen zu lassen, obwohl er von der Musik nur eben die Anfangsgründe inne hatte. Dann nährte er sich in Neuchatel kümmerlich durch Musikstunden, schloss