Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
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Rousseaus Jugend.

dieses Unglück erst später eintrat, denn ein Testament, das er vermuthlich danach verfasst hat und das die Jahreszahl 1737 trägt, ist aufgefunden worden. Es geht daraus hervor, dass er den Tod erwartete.

Ich weiss nicht, woher es kam, dass ich, der ich einen kräftigen Körper hatte und keinerlei Ausschwei­fung beging, augenscheinlich abnahm. Ich bin ziem­lich breitschulterig, meine Brust ist gewölbt und die Lunge muss darin freien Spielraum haben. Indessen ich wurde kurzathmig, fühlte Beklemmungen, musste wider Willen seufzen, hatte Herzklopfen, warf Blut aus, ein schleichendes Fieber trat ein, und ich bin es nie wieder ganz los geworden.Die Abnahme meiner Kräfte wirkte auf meine Stimmung und kühlte die hitzige Phantasie ab. Da ich mich schwach fühlte, wurde ich ruhiger und verlor einigermaassen die Reise­wuth. Da ich zu Hause blieb, wurde ich zwar nicht von langer Weile, aber von Schwermuth befallen; die Vapeurs folgten den Leidenschaften. Meine Schlaffheit wurde Trübsinn, ich weinte und seufzte um nichts; ich fühlte, dass das Leben entwich, ohne dass ich es genossen hatte; ich bejammerte den Zustand, in dem ich meine arme Mama zurückliess, den, in den ich sie gerathen sah.Endlich wurde ich ernstlich krank. Sie pflegte mich, wie je eine Mutter ihr Kind gepflegt hat.Zwei- oder dreimal kam es vor, als ich am schwersten krank war, dass ich in der Nacht aufstand und mich in ihr Zimmer schleppte, um ihr Rath in Beziehung auf ihr Verhalten zu geben...; als ob die Thränen mir Nahrung und Arzenei gewesen wären,

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