43
Les Charmettes.
stärkte ich mich an denen, die ich bei ihr, mit ihr, auf ihrem Bette sitzend und ihre Hände in den meinigen haltend, vergoss. Die Stunden verrannen bei diesen nächtlichen Unterhaltungen und ich kehrte kräftiger zurück, als ich gekommen war.“„Durch Pflege, Wachsamkeit und unglaubliche Mühen rettete sie mich.“ „Ich war zwar von meiner grossen Krankheit genesen, nicht aber wieder zu Kräften gekommen. Meine Brust war nicht wieder hergestellt; ein Rest von Fieber blieb bestehen und erhielt mich schlaff.“ Frau von Warens schlug eine Milchkur auf dem Lande vor und Rousseau willigte ein unter der Bedingung, dass die Freundin ihn begleite. Es wurde daher in der Nähe von Chambery ein Landhaus gemiethet und im Spätsommer 1736 (richtiger wohl 1738) bezog das Paar dies Haus im Thale„les Charmettes“,
„Hier beginnt das kurze Glück meines Lebens.“ Es wird dem Leser warm ums Herz bei der rührenden Schilderung, die Rousseau von dem einfachen Leben in les Charmettes entwirft.„Indessen gab mir die Landluft meine frühere Gesundheit nicht zurück. Ich war Kraftlos und wurde es immer mehr. Ich konnte die Milch nicht vertragen und musste sie lassen. Es war damals Mode, alles mit Wasser zu kuriren. Ich machte mich an’s Wasser, und zwar mit so wenig Vorsicht, dass ich mich beinahe Kurirt hätte, nicht von meinem Leiden, aber vom Leben.“ Er trank nämlich so viel von dem harten Bergwasser, dass er den Appetit gänzlich verlor, eine Erfahrung, die ihn ganz hoffnungslos machte.„Zu dieser Zeit trug sich etwas zu, das