Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
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Montpellier.

schaft einer hübschen Dame, die seine Schüchternheit siegreich überwand, und der eres verdankt, dass er nicht sterbe, ohne vorher das Vergnügen kennen gelernt zu haben. Obwohl oder weil diese Liebschaft nur kurze Zeit dauerte, that sie ihm sehr wohl.Ich hatte während der Reise vergessen, dass ich krank war, ich erinnerte mich wieder daran, als ich in Mont­pellier ankam. Meine Vapeurs waren wohl geheilt, aber alle meine anderen Uebel waren geblieben. Er lebte zusammen mit Studenten in dem Hause eines Arztes, der auf knappe Diät hielt, und es gefiel ihm durchaus nicht in Montpellier. Die Aerzte Montpelliers behandelten Rousseau offenbar als einen Hypochonder und verordneten ihm irgend ein Mineralwasser, Molken und Chinarinde.

Nach einigen Monaten verliess Rousseau die Stadt, man erfährt nicht recht, ob gebessert oder nicht, und reiste im December 1737 nach Chamberp zurück. Von nun an wird in den Bekenntnissen der Krankheit mit keinem Worte mehr gedacht und, soviel ich sehe, geben auch die erhaltenen Briefe weiter keinen Aufschluss. Die Krankheit muss sich wohl sozusagen verlaufen haben.

Ueber die Art der etwa dreijährigen Krankheit sind verschiedene Meinungen möglich. Zwar könnte man nach den Aeusserungen Rousseaus, er habe Blut ausgeworfen und an Fieber gelitten, an eine tuberculöse Erkrankung denken. Doch widersprechen einer solchen Annahme die anderen Symptome und der Verlauf ebenso wie die Thatsachen, dass Rousseau später

Möbius, Rousseau. 4

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