Die Blasenstörungen.
mehr. Es sei zwar weniger heftig, ihm aber würden starke Schmerzen mit freien Zeiten lieber sein. Einmal ruft er sogar aus(1764):„Mein Leiden steigert sich und wird fast unerträglich, ich habe auf dieser Erde nur noch zu dulden und zu sterben“. Fahren in einem stossenden Wagen, überhaupt langes Fahren führte wiederholt| zu Schmerzen und Harnverhaltung. Besonders nach-| theilig schien kühle feuchte Luft zu sein, während Schwitzen wohlthätig wirkte.„Mein trauriger Zustand,| der sich stets in dieser Jahreszeit(Winter) verschlimmert,| nöthigt mich, täglich mehrere Stunden lang eine Sonde zu tragen. Ich muss auch ein bis zwei Stunden lang durch körperliche Uebungen mich in Schweiss bringen, und lasse ich einmal einen Tag hingehen, ohne dieses Mittel anzuwenden, so muss ich diese Nachlässigkeit während der Nacht grausam entgelten“.„Ich kann mir nur dadurch ruhige Nächte verschaffen, dass ich trotz meiner Schwäche den ganzen Tag Holz spalte, um eine fortwährende Transspiration zu unterhalten“. Seit etwa 1765 scheint jedoch eine allmählich fortschreitende Besserung eingetreten zu sein. Wenigstens erwähnt Rousseau seine Blasenbeschwerden oder sein„gewöhnliches Uebel“ in den Briefen fast gar nicht mehr. Zuletzt schreibt er am 2. April 1771:„Mein gewöhnliches Unwohlsein hat mich während eines Theiles des Winters ans Zimmer gefesselt, ohne doch mich allzusehr zu quälen“.
Bei der Section Rousseau’s haben die Obducenten, obwohl sie danach suchten, an den Harnorganen keinerlei Veränderung finden können. Sie haben die Meinung
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