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Die Rückkehr zur Natur.
| Kkrankhaften Geistesrichtung. Nichts ist verkehrter als| diese Meinung. Wohl sind die genannten Schriften, von denen die zweite die Erweiterung und Vertiefung der ersten ist, nicht frei von Halbheiten und Widersprüchen, haben, wie Rousseau selbst sagt, eine ge| wisse Härte des Tons und verrathen eine etwas herbe | Stimmung. Das gallige Colorit erklärt Rousseau durch die Erbitterung, in die ihn der tägliche Anblick des Elends, der Eitelkeit und der Lasterhaftigkeit von Paris versetzte. Jene Halbheiten und Widersprüche hängen eng mit der ganzen Weltauffassung Rousseau’s zusammen. Rousseau ist durchaus und jederzeit Eudämonist: Alles Geschehen und alles Thun misst er nach den Beziehungen zur Glückseligkeit, und die möglichst grosse Glückseligkeit möglichst Vieler ist ihm das allein werthvolle Ziel. Sein Verdienst nun ist, erkannt zu haben, dass der Fortschritt der Cultur die Glückseligkeit nicht steigert, sondern vermindert, dass, je weiter der Mensch sich von dem Naturmenschen oder, richtiger | gesagt, vom Thiere entfernt, er umsomehr an Glückseligkeit einbüsst. Dieser Gedanke ist der eigentliche Kern der ersten Abhandlungen Rousseau’s.*) Nur im Lichte dieser Erkenntniss ist der Kampf Rousseau’s gegen die Civilisation verständlich: Er erkannte, dass Wissen Leiden bringt, er wollte und konnte den Eudämonismus nicht aufgeben, so blieb ihm nur übrig, in der Rückkehr zur Natur das Heil zu suchen. Dass diese
*) Vergl. dazu E. v. Hartmann, Phänomenologie des sittlichen Bewusstseins. 1879. S. 640.