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Rousseau’s Mannesalter.
Verhältniss ohne Störungen bestanden zu haben. Kenn| Zeichnend dafür ist folgendes Geschichtchen. Diderot | War im Jahre 1749 wegen seiner Lettres sur les Aveugles | in den Thurm von Vincennes gesperrt worden. Rous| Seau gerieth darüber nahezu in Verzweiflung und seine Angst um den Freund trieb ihn zu dem gewagten Schritte, in einem Briefe die Pompadour zu bitten, man möge Diderot frei geben oder ihm, Rousseau, | gestatten, des Freundes Gefangenschaft zu theilen. Als dann, man weiss nicht, ob infolge dieses Schreibens, Diderot die Erlaubniss erhielt, Besuche zu empfangen, eilte Rousseau so rasch, wie er konnte, nach Vincennes. | Diderot war nicht allein.„Im Eintreten sah ich nur — ihn, ich that nichts als einen Sprung, einen Schrei. Ich drückte mein Gesicht auf das seinige, presste ihn fest an mich und konnte vor Thränen und Schluchzen kaum reden. Ich erstickte vor Zärtlichkeit und Freude: | Seine erste Bewegung, als er aus meinen Armen sich losmachte, war die, dass er sich zu dem Geistlichen Wandte und sagte: Sie sehen, mein Herr, wie meine
Freunde mich lieben.“ Die Neigung zur Musik führte
Rousseau mit dem Vorleser des Prinzen von Gotha
Grimm zusammen und bald wurde auch diese Ver
bindung zur Freundschaft von Rousseau’s Seite. Rous
seau führte den unbekannten jungen Mann bei seinen ‚ Bekannten ein, machte ihn mit Diderot und mit dem
Baron Holbach bekannt. Dieser spielte bekanntlich den Mäcen und suchte möglichst viel„Philosophen“ und | freisinnige Gelehrte um sich zu sammeln... Er hatte auch Rousseau, dem er eigentlich antipathisch war,
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