Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
156
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Unglück und Beginn der Krankheit.

Sohn des Gauklers Tronchin, meines tödtlichsten Fein­des, nicht nur der Freund und Schützling des Herrn Hume ist, sondern auch mit ihm zusammenwohnt. Als Herr Hume bemerkt, dass ich dies weiss, sagt er es mir im Vertrauen und versichert mich, dass der Sohn dem Vater nicht gleiche. Ich habe einige Nächte in diesem Hause bei Herrn Hume mit meiner Haus­hälterin zugebracht und nach der Miene und dem Empfange, mit dem uns die Wirthe, seine Freunde, beehrt haben, habe ich die Art beurtheilt, in der er oder dieser Mensch, von dem er sagt, dass er seinem Vater nicht gleiche, von ihr und mir gesprochen haben muss, Die unter einander in Verbindung gebrachten That­sachen und ein gewisser allgemeiner Eindruck, ver­ursachten mir allmählich Sorgen, die ich mit Schrecken zurückwies. Indessen die Briefe, die ich schreibe, kommen nicht an; ich bekomme welche, die geöffnet worden sind, und alle sind durch Herrn Humes Hände gegangen. Wenn einer ihm entwischt, kann er die brennende Begierde, ihn zu sehen, nicht verbergen. Rousseau erzählt ein Beispiel von der seltsamen Sucht Humes, den Briefwechsel Rousseaus zu überwachen. Nach dem Abendessen, als wir schweigsam am Kamin sassen, bemerkte ich, dass er mich fixirte, wie es ihm oft begegnete und in einer Art, die sich schwer be­schreiben lässt. Dieses Mal machte mich sein trockenes, heisses, spöttisches, langes Anstarren mehr als unruhig, Um mich davon zu befreien, versuchte ich, ihn meiner­seits zu fixiren. Aber als meine Augen den seinigen begegneten, fühlte ich einen unerklärlichen Schauer und