Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
160
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Unglück und Beginn der Krankheit.

geneigt. Eine Kleidung, die nicht die seinige ist, ge­nügt, um es ärgerlich zu machen. Was muss ein armer Fremder bei seinen Wanderungen über Land, dem ein­zigen Vergnügen, das ihm das Leben bietet, erwarten, wenn man die guten Leute davon überredet haben wird, dass dieser Mann es liebt, gesteinigt zu werden? Sie werden sich sehr geneigt fühlen, ihm dieses Vergnügen zu gewähren. Aber mein Schmerz, mein tiefer und grausamer Schmerz, der bitterste, den ich je empfunden, bezog sich nicht auf die Gefahr, der ich ausgesetzt war. Ich hatte deren zu viele überstanden, um über sie sonderlich erregt zu sein. Der Verrath eines fal­schen Freundes, dessen Beute ich war, flösste meinem allzuempfindlichen Herzen Niedergeschlagenheit und tödtliche Traurigkeit ein. In der Heftigkeit der ersten Erregung, deren ich niemals Herr war, und die meine geschickten Feinde hervorzurufen wissen, um sie zu benützen, schrieb ich Briefe voller Unordnung, in denen ich weder meine Unruhe noch meine Empörung ver­hehlte.*) Rousseau macht darauf aufmerksam, dass zu seinen Gunsten geschriebene Schriften, deren Druck Hume überwachen wollte, nicht erschienen, so die Briefe Dupeprous über die Ereignisse in Motiers.Als der falsche Brief des Königs von Preussen und seine

*)[z. B. an Lord D**; Die, die mich in ihren Schlingen halten, haben meinen wahren Freunden und mir selbst jedes Mittel geraubt, der Stimme der Wahrheit Gehör zu verschaffen. Indessen, das Publikum muss erfahren, dass es geheime Ver­räther giebt, die unter der Maske einer perfiden Freundschaft ohne Unterlass an meiner Entehrung arbeiten...]