Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
Seite
164
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Unglück und Beginn der Krankheit.

mühungen. Er brauchte eine Antwort, er wollte sie. Damit ich mich ihrer nicht enthöbe, schickte er an Herrn Davenport eine Abschrift seines Briefes, und mit dieser Vorsichtmaassregel nicht zufrieden, schrieb er mir in einem anderen Billet, er könne nicht länger zu meinen Diensten in London bleiben. Mir schwindelte fast, als ich dieses Billet las. Er hat nun die sehn­lich gewünschte Antwort, und triumphirend kann er Rousseau als ein Ungeheuer von Undankbarkeit be­zeichnen. Er hat mehr, er erlangt von Rousseau eine Anklageschrift, eben den vorliegenden Brief.Dieser Zug allein beweist alles und ohne Widerrede. Rous­seau geht noch einmal alle von ihm angeführten Um­stände durch und kommt zu dem Schlusse, dass nur ein Blödsinniger, nicht ein so scharfblickender Mann wie Hume sich bisher über Rousseaus Auffassung habe täuschen können, dass sich Hume, indem er un­befangen und freundschaftlich trotz aller Misstrauen­zeichen auftrat, verstellte, dass er, indem er fortfuhr, Rousseau Wohlthaten zu erweisen, eine feindliche Ab­sicht verfolgte. Hume musste wissen, dass Rousseau ihn nicht mehr achtete, dass Rousseau deshalb keine Wohlthaten mehr von ihm annehmen konnte. Er be­mühte sich trotzdem in Rousseaus Interesse, und ver­folgte damit einen boshaften Plan. Hume sagte sich: Jetzt ist der Augenblick der That. Denn, da ich Rous­seau dränge, die Pension anzunehmen, muss er sie entweder annehmen, oder zurückweisen. Nimmt er sie an, so entehre ich ihn mit den Beweisen, die ich zur Hand habe, vollständig. Lehnt er sie ab, nachdem