Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911) J. J. Rousseau
Entstehung
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Die offenbar gewordene Paranoia.

Sie es für werth, sich zu rechtfertigen. Ich kenne meine Pflicht, ich liebe sie und werde sie stets lieben, so hart sie sein mag... Noch einmal, wenn Sie unschul­dig sind, halten Sie es für werth, sich zu rechtfertigen: sind Sie es nicht, adieu für immer.

Ich habe es für nöthig gehalten, aus diesem langen Briefe einen ausführlichen Auszug zu geben, weil ich glaube, dass hier zum ersten Male die Paranoia deut­lich spricht, dass in diesem Briefe*) sich die ganz un­verkennbaren Spuren des Irrsinns zeigen. Nicht als ob Rousseau mit Unrecht Hume angeklagt hätte. Er hatte allen Grund, mit dessen Betragen unzufrieden zu sein. Hume war kein Freund in Rousseaus Sinne. Er war ein kalter Mensch und verstand Rousseaus Gefühle überhaupt nicht. Er hatte sich Rousseaus wahrschein­lich deshalb angenommen, weil die Freundinnen es wünschten, weil er ein gewisses Mitleid für den Ver­folgten hegte, weil es ihm schmeichelte, als Be­schützer des berühmten Mannes aufzutreten. Er hatte nach Kräften für Rousseaus äusseres Wohlsein gesorgt

* Auch in den anderen, in denen Rousseau zu dieser Zeit gegen seine Freunde über Hume spricht und die nichts wesent­lich Anderes als der grosse Brief vom 10. Juli enthalten. Charak­teristische Aeusserungen sind folgende:Unter dem Deckmantel verrätherischer Freundschaft hat Hume mit zwei oder drei anderen Mitschuldigen den saubern Plan gefasst, meinen Namen zu entehren, und thut es mit staunenswerthem Erfolge... Ich betrachte das Triumvirat Voltaire, dAlembert, Hume als eine Thatsache. Seinen Endzweck ergründe ich nicht, aber sie haben einen... Es besteht ein Complot zwischen ihnen, aus dem ich nicht klug werde, aber ich sehe und fühle von Tag zu Tag dessen fortschreitende Ausführung.

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